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Geldern
Dörfer sollen zukunftssicher werden

Geldern. Das Interreg-Projekt "Krake" wird in den nächsten drei Jahren Dorfgemeinschaften analysieren und begleiten. Lösungen und Maßnahmen für Zukunftssicherheit werden dabei erarbeitet. Auch Kapellen ist mit von der Partie. Von Christian Cadel

KLEVE In vielen deutschen Dörfern sieht die Zukunft nicht gut aus. Verfallene Häuser, fehlende Einkaufsmöglichkeiten oder eine veraltete Infrastruktur sind nur einige Aspekte, die dazu führen, dass Menschen wegziehen oder keinen Anreiz sehen, sich in einem Dorf niederzulassen.

Auch in der Euregio Rhein-Waal gibt es Orte, in denen dringend etwas passieren muss, um die Zukunft der Ortschaften zu sichern. Genau darum geht es im neuen Interreg-Projekt "Krake" an dem unter anderen die Hochschule Rhein-Waal, die Hochschule Arnheim und Nijmegen (HAN) sowie die FH Münster beteiligt sind. "Das Projekt ,Krake' baut auf dem Vorgängerprojekt "smart villages" auf. Damals haben wir in Grieth die Bürger befragt und eine konkrete Maßnahme mit auf den Weg gebracht und begleitet", erklärt Birgit Mosler, Projektkoordinatorin bei der Hochschule Rhein-Waal. Entstanden ist in Grieth ein Dorfladen als Genossenschaft.

Ähnliches könnte auch in anderen Ortschaften entstehen, findet Mosler. Dazu werden in den kommenden drei Jahren in 40 Dörfern Lösungen gesucht, um sie zukunftssicher zu machen.

Der Clou: Da auch niederländische Dorfgemeinschaften analysiert werden, gäbe es einen weiteren Mehrwert. "Ein Ziel des Projektes ist auch, dass die Gemeinschaften voneinander lernen und vielleicht einen regelmäßigen Austausch betreiben", sagt Mosler. "Zunächst werden einige Pilotdörfer untersucht. In einigen geschieht dies zunächst mittels Befragungsbögen, die ausgeteilt werden. Wichtig bei diesem Projekt ist, dass die Bürger aktiv zur Mitarbeit aufgerufen werden."

Die Hochschule Rhein-Waal und die HAN begleiten unter anderem vier sogenannte "communities", vergleichbar mit Themenfeldern. Die Projektmitarbeiter untersuchen, wie es um bürgertragende Pflegekonzepte im jeweiligen Dorf bestellt ist, wie die Auslastung der Wohngebäude aussieht, wie kinderfreundlich das Dorf ist und welche Themen die Bewohner allgemein bewegt.

"Wir werden aber nicht in allen Dörfern Befragungen durchführen. Es kommt schließlich darauf an, was man vor Ort findet. Einige Dörfer haben schon Datensätze, mit denen man gut arbeiten kann", erklärt die Projektkoordinatorin. Aber - und das ist Mosler wichtig - das Projekt ist kein rein wissenschaftliches. Schließlich soll es darum gehen, wie man Dörfer zukunftssicher machen kann.

Dazu gehören dann auch die entsprechenden Maßnahmen. "Die Befragungsbögen werden zunächst ausgewertet, die Ergebnisse der Dorfgemeinschaft anschließend vorgestellt. Außerdem arbeiten wir auch mit den Kommunen und anderen Institutionen zusammen." Wenn all das erledigt ist, will das Projekt-Team konkrete Lösungen und einzelne Maßnahmen vorstellen.

"Die Dorfgemeinschaft kann sich dann eine oder zwei Maßnahmen aussuchen, die wir dann mit den Bürgern umsetzen wollen. Dazu werden dann Arbeitsgruppen eingeteilt", sagt Mosler.

Neben den Dorfbewohnern und den Projektmitarbeitern sind auch Studenten aktiv dabei. "So können sie hautnah miterleben, wie Theorie in Praxis umgesetzt werden kann. Insgesamt sehen wir uns als Startgeber, der versucht, den Dörfern zu helfen, ein funktionierendes Selbstmanagement aufzubauen", sagt Mosler.

Quelle: RP
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