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Issum
Doppeljubiläum und Jauchzen in Issum

Issum. 125 Jahre evangelischer Kirchenchor und 50 Jahre Issumer Kantorei unter der Leitung von Rolf Pester sind gleich zwei gute Gründe zum Feiern. Am Sonntag, 27. September, erklingt deswegen eine Dank- und Festmusik. Von Norbert Hemmersbach und Bianca Mokwa

Bis zum Konzert sind es nur noch ein paar Tage. Dann fließt bei den Sängern des Evangelischen Kirchenchores die Energie der Musik durch ihre Körper. Dann werden sie zeigen, was sie können. Rolf Pester wird ebenfalls glücklich sein - und weil er gerne glücklich ist, wird er beim Doppeljubiläum am Sonntag, 27. September, ab 17 Uhr in der evangelischen Kirche in Issum dirigieren.

Trotzdem wird er wohl angespannt sein, weil er mit seinem Chor die 116. Kirchenmusik in der evangelischen Gemeinde unter den Titel "Jauchzet dem Herrn aller Welt" gestellt hat.

Rolf Pester gehört zu den Bürgern in Issum, deren Namen jeder kennt, ohne etwas von seiner Musik zu verstehen. Seit 1965 leitete er schon die Kantorei, 50 Jahre. So einer kommt also nicht jeden Tag auf die Welt - ein Diener der Musik.

Was zum Beispiel sein Chor singt, klingt harmonisch, mit den vielen Jahren haben sich natürlich Stimmlagen herausgebildet. Und wenn dann beim Doppeljubiläum die warmen Altstimmen schweben, strahlen die Issumer Sänger übers ganze Gesicht.

Für Überraschungen ist Rolf Pester außerdem immer gut. Das liegt vor allem an den eigenständigen Stücken, die selten zu hören und wahre Raritäten im Programm der Issumer Kirchenmusiker sind. Die Oratorien und Passionen sind ihm besonders nah. Erstaunlicherweise passt alles zusammen.

Jeder weiß, wofür er das schon 50 Jahre lang macht: Zuerst für die Musik und seine 65 Sängerinnen und Sänger, die alles beiseite lassen, wenn sie mit der Musik irgendwo auftreten.

Aber natürlich darf auch die ureigenste Aufgabe eines Kirchenchores nicht außer Acht gelassen werden: das musikalische Mitgestalten des Gottesdienstes. Und so begann alles: Schulleiter und Organist August Bogun bemühte sich vor 125 Jahren vom Gottesdienst freigestellt zu werden. Aus Sorge ums Kindersingen? Aus Überzeugung, dass man Musikerziehung besser umsetzen kann?

Das Ergebnis war schließlich eine freudlose Nachricht des Superintendenten, der sich mit ihm in dieser Sache nicht verbünden wollte. Allerdings bekam der Issumer das Einverständnis, einen "kirchlichen Gesangverein" zu gründen. So hieß das damals.

Wie muss man sich die Zeit nach 1896 vorstellen, nach Boguns Weggang? Nun, die Issumer verfolgten staunend die Veränderungen in der reformierten Gemeinde. Es passierte übrigens eine ganze Menge in dieser Zeit, vieles dank Heinrich Wellfonder und Edith Trommershausen, manches trotz der personellen Veränderungen. Stichwort Horst Engelhardt: Umzug und lange kein Nachfolger.

Mit Rolf Pester und der ersten Chorprobe im September 1965 kam Kontinuität. Mit der Kontinuität kam der Mut.

Der Chor hatte keine Angst vor den ganz großen Herausforderungen. Große Oratorien wie Händels Messias oder Bachs Weihnachtsoratorium und Johannes-Passion klangen schon in der evangelischen Kirche.

Die große Zuhörerschaft ist gebührende Anerkennung und Dank. Seit mehr als 50 Jahren bringt Pester Musik zum Erinnern an den Niederrhein.

Haste Töne?

Quelle: RP
 
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