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Kerken
"Dorfsheriff" sitzt nun in neuer Wache

Kerken: "Dorfsheriff" sitzt nun in neuer Wache
Bezirksbeamter Uwe Tebeck in seinen neuen Büroräumen in Schaephuysen. FOTO: Markus Koopmann
Kerken. Polizeihauptkommissar Uwe Tebeck ist in das ehemalige Sparkassengebäude an der Hauptstraße in Schaephuysen umgezogen. Der Issumer ist für den Bezirk Rheurdt zuständig, zu dem auch Stenden und Rahm gehören. Von Stefan Gilsbach

/ RAHM Das Polizei-Schild befindet sich noch nicht am Gebäude, doch Uwe Tebeck hat sich in seinem neuen Büro bereits gut eingerichtet. Der Polizeihauptkommissar ist in das ehemalige Sparkassengebäude in Schaephuysen umgezogen, und mit ihm der Bezirksdienst Rheurdt.

Tebeck ist der örtliche "Dorfsheriff", und er findet diese Bezeichnung keineswegs kränkend, sondern sogar sehr passend. Seit 2003 sorgt er für Recht und Ordnung in einem Gebiet, das neben Rheurdt und Schaephuysen auch die Kerkener Ortsteile Stenden und Rahm umfasst. "Ein Bezirksbeamter soll für ein Gebiet mit rund 10.000 Einwohnern zuständig sein."

Falls Tebeck nicht im Dienst ist, wird er von Franz-Bernhard Kuschel, dem Bezirksbeamten der Gemeinde Kerken, vertreten. Ist Kuschel nicht da, übernimmt wiederum Tebeck dessen Dienstpflichten. Oft machen beide auch gemeinsam Streife.

Bislang hatte der 57-jährige Issumer seine Büroräume an der Kirchstraße im Ortsteil Rheurdt. Doch weil ein Vermieter Eigenbedarf geltend machte, wurde ein neuer Standort gesucht. "Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen hat das Sparkassengebäude vorgeschlagen", berichtet Tebeck. Er ist damit sehr zufrieden, "denn dieser Standort liegt zentraler in meinem Zuständigkeitsgebiet". Bürger aus Rheurdt hätten ihn angesprochen, ob er sich denn nun bei ihnen im Ort seltener blicken lasse. Tebeck muss lächeln, denn 80 Prozent seines Dienstes finden außerhalb des Büros statt. Ein normaler Dienst beginnt für ihn morgens um 7 Uhr, dann kümmert sich der Beamte beispielsweise um die Schulwegsicherung. Im Büro an der Hauptstraße bietet er feste Sprechstunden an.

Mit welchen täglichen Dingen wird ein "Dorfsheriff" denn so konfrontiert? "Manche Leute kommen wegen Ehestreitigkeiten oder weil sie im Internet betrogen worden sind - letzteres kommt mittlerweile häufiger vor." Manchmal müsse er auch "ein Psychologe" sein, sagt der Polizist. Leider gebe es immer wieder Fälle, bei denen ältere Menschen von Betrügern übers Ohr gehauen werden, beispielsweise durch Tricks an der Haustür. "Wir versuchen, durch Aufklärung dagegen zu wirken."

Die Beamten wissen, dass die Polizeipräsenz derzeit ein großes Thema bei der Bevölkerung ist. Die nächstgelegene Wache, die rund um die Uhr besetzt ist, befindet sich in Geldern. Etwa eine Viertelstunde braucht ein Streifenwagen von dort nach Rheurdt. Doch da gibt es ja auch noch die Kollegen in Vluyn, die im Zweifelsfall rascher vor Ort sein könnten.

Jetzt, im Sommer, sind die Bezirksbeamten auch an den Wochenenden oft unterwegs, um Dorffeste, Schützenumzüge und andere Brauchtumsveranstaltungen zu sichern. Schwere Kriminalfälle kommen im Ökodorf zum Glück selten vor. Tebeck erinnert sich: "Im Jahr 2003, kurz nachdem ich hier angefangen hatte, gab es einen Schusswechsel mit Todesfolge." Und jüngst sorgten die Schüsse auf ein Gebäude an der Bahnstraße in Rheurdt für Aufsehen.

Auch nach 13 Jahren im gleichen Bezirk fühlt sich Tebeck wohl in "seinem Revier". "Die Menschen kennen einen inzwischen, und ich kenne die Leute", sagt er.

Sprechzeiten: Montag von 8.30 bis 10 Uhr, Donnerstag von 17 bis 19 Uhr. Telefon: 02845 6688 (auch außerhalb der festen Sprechzeiten) oder 110 bei Notfällen.

Quelle: RP
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