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Wachtendonk
Scheunen-Brand in Wachtendonk: Es war eine Drogenküche

Wachtendonk. Der Brand der Scheune in Wachtendonk hat für viele Spekulationen gesorgt. Offenbar zu Recht. Denn der Vorfall steht laut Polizei in Zusammenhang mit der Produktion von Drogen. Wie berichtet, fanden die Beamten nach dem Feuer am 28. März Überreste von großen Mengen Chemikalien in dem ausgebrannten Gebäude an der Straße Schlick. Zahlreiche 1000-Liter-Kanister mit unbekannten Flüssigkeiten waren verschmort. Um welche Chemikalien es sich handelt, dazu machte die Polizei auch gestern aus "ermittlungstaktischen Gründen" immer noch keine Angaben. Die Stoffe ließen aber darauf schließen, dass sie zur Herstellung von Drogen genutzt wurden, so Karin Kretzer, Leiterin der Pressestelle der Polizei in Krefeld. Von Sebastian Latzel

Diese Behörde hat den Fall jetzt übernommen, weil es Hinweise auf organisiertes Vorgehen gibt. Die Ermittlungen laufen. Im Visier der Polizei Krefeld ist ein Mieter der Scheune, wie sie mitteilt. Bei ihm handelt es sich ausdrücklich nicht um die Familie, die im Haus wohnt und deren Tiere bei dem Feuer ums Leben gekommen sind. Weder gegen diese Familie, noch gegen den Besitzer den Anwesens werde ermittelt.

Den besagten Mieter der Scheune habe man noch nicht erreicht. Daher habe er noch nicht befragt werden können, so Karin Kretzer. Bei Details zu dem Fall hält sich die Behörde weiter bedeckt. Ob Drogen dort auch gelagert oder hergestellt wurden, dazu macht die Polizei ebenso keine Angaben wie zur Frage, wie lange die Scheune mutmaßlich schon als Drogenküche genutzt wurde.

Offen sei auch, ob das Feuer Brandstiftung ausgebrochen ist. Die Ermittlungen dauern an.

Anwohner berichten, dass sie eine Explosion gehört hätten. Dabei sei der ganze Dachstuhl weggeflogen. Das könne darauf hindeuten, dass gezielt etwas in die Luft gejagt wurde, wurde spekuliert. Polizei und Feuerwehr bestätigen allerdings auf Anfrage nicht, dass es eine Explosion gegeben hat.

Während des Brandes wurden zwei Männer beobachtet, die von der Scheune flüchteten. Nach ihnen wird jetzt gefahndet. Die Polizei hat von Zeugen Fotos der flüchtigen Männer bekommen. Noch warten die Beamten allerdings darauf, dass das Gericht sein "Okay" zur Veröffentlichung der Fahndungsfotos gibt. Auf den Bildern soll allerdings wiederum nicht der Mieter der Scheune zu sehen sein, gegen den jetzt ermittelt wird.

Eingeschaltet ist auch die Gefahrenabwehr des Kreises Kleve. Wie berichtet, fürchten Anwohner, dass die Chemikalien das Grundwasser verunreinigt haben. Die Behörde hat daher gestern Bodenproben genommen. Diese werden nun untersucht, um zu klären, ob das Erdreich durch schädliche Stoffe kontaminiert ist.

Quelle: RP
 
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