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Kerken
Eifersucht auf "Naikirksch Platt"

Kerken: Eifersucht auf "Naikirksch Platt"
Die gewohnt gute Unterhaltung boten die Akteure des Heimatvereins Nieukerk im Stück "Meister Anecker". Die Sitzreihen im Adlersaal waren voll besetzt. FOTO: Markus van Offern
Kerken. Ein großes Missverständnis, ein durch die Liebe geblendeter Bürgermeister und viele Lacher. Verfasst in der "Vogteier Mundart", wurde es beim Theater der Mundartgruppe am Wochenende im Nieukerker Adlersaal richtig lustig. Von Christoph Kellerbach

Wenn der Heimatverein Nieukerk zum Mundart-Theater in den Adlersaal einlädt, ist der schon fast traditionell voll. Nicht nur die Kerkener genießen nämlich die Theaterstücke in ihrem Platt, sondern auch die Menschen aus den umliegenden Orten. So auch bei dem Stück "Meister Anecker", das im Mundart-Theater am Wochenende Premiere hatte. Wie so oft war der Adlersaal extrem gut besucht bei den drei Vorstellungen am Freitag- und Samstagabend sowie Sonntagnachmittag. Seitdem die Rollenbücher im Februar verteilt wurden, hatten alle Beteiligten fleißig geübt. Ab April fanden gemeinsame Lesungen statt, und seit dem August wurde schließlich so richtig geprobt.

Bei dem Stück geht es um den Schuhmachermeister Franz Anecker (gespielt von Ralf Berrischen) und seine Frau Lene (Beate Seliger). Die leben gemeinsam mit deren jüngerer Schwester Else (Adelheid Mevissen). Auf die hat der Bürgermeister (Christoph Onkels) ein Auge geworfen, doch der Altgeselle Mattes (Erwin Baetzen) verguckt sich und berichtet seinem Chef, dass der Bürgermeister sich für dessen Frau interessiert. Das gefällt dem Schuhmachermeister natürlich gar nicht, und schon bald zanken sich die Männer, während die Frauen versuchen, die Situation wieder in geregelte Bahnen zu bringen.

Das Stück "Meister Anecker" von August Lähn wurde von Peter Völker in die Vogteier Mundart übertragen. Und ebenso wie in den Jahren zuvor war die gesamte Präsentation des Lustspiels einfach eine Wucht: von dem liebevollen Bühnenbild über den bis in die letzte Reihe klar verständlichen Ton bis hin zu den Schauspielern. Eben jene waren dabei, wie so oft in Nieukerk, über dem sonstigen Laienspiel-Standard. Ob es nun um Wortwitze ging oder lauten Slapstick: Der Humor war pointiert. Auch das "Naikirksch Platt" wirkte zu großen Teilen gekonnt und fließend. Und es war erst recht originell, den Inhaber des örtlichen Schuhhauses in der gleichen Funktion innerhalb des Stücks zu sehen. Genauso wie seine Schauspielkollegen entfaltete er in seiner Rolle eine Menge Charme. Es war auch angenehm, dass bei der Geschichte nur fünf Figuren vorkamen, so konnte sich die Inszenierung ganz auf die einzelnen Charaktere konzentrieren, die den Zuschauern schnell ans Herz wuchsen.

In Nieukerk ist diese liebevolle Theaterpräsentation auch Tradition seit 1995, dem ersten Jahr der Mundart-Gruppe, weswegen die insgesamt sechs Vorstellungen pro Jahr immer schnell ausverkauft sind. "Es ist hier halt jedes Mal richtig gut, und darauf kann man sich verlassen", meinten die Besucher, von denen viele schon seit Jahren "den Leuten hier treu sind". Wer noch keine Chance hatte auf einen Besuch, hat Glück: Die Mundart-Theatergruppe des Heimatvereins Nieukerk spielt am kommenden Wochenende ihre letzten drei Vorstellungen. Zwar sind schon viele Karten weg, aber ein paar sind noch zu kriegen. Deshalb findet am Mittwoch, 23. November, von 18 bis 19 Uhr in der Heimatstube "Schpöötenhüske" an der Dennemarkstraße 47 der Vorverkauf statt.

Quelle: RP
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