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Gelderland
Ein Bestsellerautor aus der Blumenstadt

Gelderland. Der Straelener Hans Rath ist als Schriftsteller und Drehbuchschreiber erfolgreich. Eine Lesung in Wachtendonk führt ihn am Samstag von Berlin in seine alte Heimat - Familientreffen inklusive. Von Michael Klatt

Sein Vater hatte eine Staudengärtnerei in Straelen. Und gerne hätte er gesehen, wäre der Sohn in seine Fußstapfen getreten. "Ich habe auch viel im Betrieb geholfen", erzählt Hans Rath. "Aber das war einfach nicht mein Ding." Erfolg hatte und hat er als Buchautor. Sein bisheriger Bestseller bringt es auf annähernd 200.000 Exemplare.

Das war für den Mann, der vor genau 50 Jahren als Hans G. Raeth in der Blumenstadt geboren wurde, nicht abzusehen. Nach dem Abitur am Friedrich-Spee-Gymnasium Geldern studierte er in Bonn Philosophie, Germanistik und Psychologie. Eine Fächerkombination, die, wie er auf seiner Homepage www.hansrath.de flapsig schreibt, "laut Arbeitsamt eine solide Basis für eine Zukunft als Erntehelfer" gewesen sei. Auf den Feldern schuftete Rath nicht, sondern jobbte anderweitig - als Tankwart, Bauarbeiter, Bühnentechniker, später als Theaterkritiker und Drehbuchlektor.

Eine gewisse Stetigkeit erfuhr Raths Leben Mitte der 90er Jahre. Er nahm das Angebot an, bei einem in Deutschland, Tschechien und Ungarn tätigen Zeitungsverlag ins mittlere Management einzusteigen. Zuvor hatte er in Köln eine Kulturzeitung gemacht, die als Kino-Überblick startete und immer umfangreicher wurde. Nicht seine erste Bekanntschaft mit der Presse übrigens. "Bei der Rheinischen Post in Geldern habe ich als Sportreporter gearbeitet", blickt er weit in seine Jugend zurück. Als aktiver Reiter berichtete er vorwiegend, aber nicht ausschließlich, über Reitsport.

Mit "Midlife Crisis" begründet er seinen Ortswechsel von der Domstadt nach Berlin. "Vor dem 40. Geburtstag wollte ich was Neues machen, und dafür habe ich so mit 37, 38 die Weichen gestellt." Das neue Gleis, das Rath befuhr, hieß "Leben als freier Autor". Zehn Jahre dauert das jetzt. Eines hatte Rath sich dabei in finanzieller Hinsicht vorgenommen: "Es sollte nicht ,Oberkante Unterlippe' gehen, ich wollte ein gutes Leben."

Das hat geklappt. Gleich sein erster Roman "Man tut, was man kann" von 2009 war ein Erfolg. Es ist der erste Band der "Paul-Trilogie", in der es um Männer um die Vierzig geht. Autobiographisch? Das sei Fifty-Fifty, sagt Rath. "Aber ich verrate nicht, welche Hälfte mit mir zu tun hat."

Als der Debütroman erschien, gab's für Rath Ehefrau und Sohn noch nicht, die Familienphase begann etwas später. Michaela Wiebusch und der kleine Matti komplettieren das traute Heim. Der Sohnemann inspirierte den Vater zum Buch "88 Dinge, die Sie mit Ihrem Kind gemacht haben sollten, bevor es auszieht".

Schon einige Male war Rath außerdem als Drehbuchautor tätig. So zum Beispiel für die romantische Krimikomödie "Für immer Venedig" mit Christian Wolff und Gaby Dohm, für "Mr. und Mrs. Right", eine romantische Komödie mit Maria Furtwängler und Matthias Brandt, oder für die Verfilmung seines eigenen Romans "Man tut, was man kann". Teilweise erschien er dabei mit seinem Geburtsnamen Raeth, bis er auch dort das Dehnungs-e eliminierte. "Das sorgte für Nachfragen und Konfusion, auch beim Computer", begründet er diesen Schritt.

In den vergangenen drei Jahren hat Rath eine weitere Trilogie fertig gestellt. Der erste Band "Und Gott sprach: Wir müssen reden" ist sein bisher erfolgreichstes Buch. Es folgten "Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch", der in der Neuausgabe als Taschenbuch "Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch" heißt, sowie als Abschluss "Und Gott sprach: Du musst mir helfen". Das sei eine moderne Messias-Geschichte mit der Frage: Ist die Welt noch zu retten? Und wie?

Davon wird bei der Lesung in Wachtendonk zu hören sein. Die Fahrt in die Heimat wird Rath auch zu einem Familientreffen nutzen - bei den Raeths.

Quelle: RP
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