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Issum
Ein Blick auf Christi Himmelfahrt

Issum: Ein Blick auf Christi Himmelfahrt
Ohne Christi Himmelfahrt ist Pfingsten nicht denkbar. Pfarrerin Yvonne Brück vermittelte den Jugendlichen unter anderem diesen Gedanken. FOTO: Arnulf Stoffel
Issum. Was damals geschah, ist schwer in Worte zu fassen. Fünf Jugendliche wagen einen Erklärungsversuch, wie der Gottessohn verschwand. Pfarrerin Yvonne Brück beleuchtet das Geschehene mit Bibelwissen, Glauben und Verstand. Von Bianca Mokwa

Christi Himmelfahrt, es gibt dazu Fakten, und die stehen fest. Konfirmandin Michelle Berning fasst die mal kurz zusammen: "Christi Himmelfahrt ist 40 Tage nach Ostern und immer ein Donnerstag." Clara Schmitz erklärt die zeitliche Einordnung. "Es ist halt so die Zeit, als Jesus gekreuzigt und auferstanden ist." Der 21-jährige Simon Wesseler kennt Christi Himmelfahrt noch aus der Zeit, als er sich mit Liturgie und Kirchenmusik beschäftigt hat. "Erst kamen der Geist und die Seele in das Reich der Unterwelt, dann wieder zusammen mit dem Körper und dann von der Erde weg", erzählt er in Kurzform, was an Karfreitag, Ostern und Christi Himmelfahrt passiert ist. "Es ist schwierig vorzustellen", gibt er zu.

Konfirmandin Inga Bruns stellt sich dabei vor, dass die Seele "wie ein Vogel, zum Beispiel eine weiße Taube" in den Himmel fliege. "Ich glaube nicht, dass man das sehen konnte", sagt Anna Lucia Holtermann. "Ich denke, das war eine Vorstellung der Menschen, was mit Jesus passiert ist. Diese Vorstellung hat ihnen Kraft gegeben." Denn eines ist klar: Jesus war danach erst einmal weg. "Er ist da, wo er alle Menschen haben will. Er sagt doch auch in der Bibel, dass er Wohnungen bereit hält für alle Menschen", sagt Clara Schmitz. Aber damit endet die Bibel nicht. Er kommt noch einmal wieder. Aber das ist ein anderes Kapitel.

"Christi Himmelfahrt, viele Leute haben damit ein Problem, weil es eine schwer vorstellbare Geschichte ist", sagt Issums evangelische Pfarrerin Yvonne Brück. "Ich finde es toll, dass die Jugendlichen sich darüber Gedanken machen, sich damit auseinandersetzen." Viele Jahrhunderte lang hatten die Menschen überhaupt keine Mühe, sich die Himmelfahrt vorzustellen. "Vor der Aufklärung war das kein Problem", sagt die Pfarrerin. "Der menschliche Verstand fragt heute anders." Was der Mensch nicht beweisen könne, kann er nur schwer glauben, sagt Brück. Eine Hilfe sei die Bezeichnung "Himmel" im Englischen. Da gebe es gleich zwei Begriffe. "Sky" bezeichnet den blauen Himmel, den wir sehen, "Heaven" dagegen ist etwas anderes. Dieser Himmel meint das Reich Gottes. "Das ist die Kernaussage, dass Jesus zu seinem Vater gegangen ist", fasst es Brück zusammen. Ihr aufgeklärter Verstand tue sich schwer damit, Jesus in einer "Wölkchen nach oben"-Szene zu sehen. "Mit dieser Philadelphia-Werbung-Vorstellung kann ich nicht so gut." Es ist die Frage nach dem "Wie".

Wichtiger sei doch die Frage, was der Inhalt uns heute zu sagen hat. "Christi Himmelfahrt ist wichtig für den Glauben", sagt die Pfarrerin. "Denn Pfingsten ohne Christi Himmelfahrt geht gar nicht." An Pfingsten schicken Jesus und der Vater "den Heiligen Geist als Verbindungsschnur zu ihnen". Pfingsten und Christi Himmelfahrt seien durchaus bedeutende Feiertage. "Sie verlieren aber immer mehr an Bedeutung, sind mehr verlängerte Wochenenden oder werden als Zeit für Kurzurlaube genutzt", nennt Brück ihre Beobachtung.

Der evangelische Kirchenkreis Kleve feiert auf jeden Fall diesen Tag auf Schloss Hertefeld. "Unter freiem Himmel, mit Posaunen, die hoch in den Himmel schallen", wirbt die Issumer Pfarrerin. "Christi Himmelfahrt ist ein Festtag", hält sie fest. Jesus Christus ging zu seinem Vater. "Wenn wir im Glaubensbekenntnis sagen: ,Er sitzt zur Rechten Gottes'", dann ist das mehr als Vatertag, den ich allen Vätern gönne. Aber es ist mehr, und das ist gut so."

Quelle: RP
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