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Wachtendonk
Ein Bücherbummel als "Glückstag"

Wachtendonk: Ein Bücherbummel als "Glückstag"
Durch ein reichhaltiges Angebot konnten sich die Bücherbummler in Wachtendonk wühlen. FOTO: Gerhard Seybert
Wachtendonk. Die Veranstaltung im historischen Wachtendonker Ortskern bot gestern wieder eine Atmosphäre, die Leseratten anzog. Die Besucher fanden eine große Auswahl vor. Besonders begehrt sind offenbar weiterhin Kriminalromane. Von Liss Steeger

"Glückstage" ist ein Buch von Walter Flemmer, "das sind Tage unbeschwerter Freude", heißt es darin. Das war für die vielen Besucher auf dem Wachtendonker Bücherbummel zu erleben. Zu kaufen gab es das Buch bei Karin Andrae. Ihre nicht verkaufte Literatur gibt sie gegenüber ab bei Ursula Cobbers, die "Aldekerk hilft" (Missionsarbeit Moshi/Tansania) und von der Atmosphäre begeistert ist. "Das Angebot ist riesig, die Nachfrage geringer", merkt sie aber an.

Die Standinhaber erhalten als kleine Anerkennung Verzehrgutscheine von der Werbegemeinschaft. Büchereileiterin Jutta Röttges spricht von einem veränderten Medienverhalten. "Die Jugendlichen fehlen in der Leserschaft". Sie ist aber erstaunt, dass die Kinderbücher aus dem "Antiquariat der KÖB St. Michael" gut weggehen. Für die Partnerschaft zwischen der katholischen Kirchengemeinde St. Michael und Sobradinho engagiert sich Angela Just und viele andere. "Den Ausschuss können wir später nach Steyl geben", erklärt Rosi Drießen, die sich immer wieder über Bücherspenden für den Bücherbummel freut. Die letzten "Phrasendreschmaschinen" hat Renate Birkenhauer vom Straelener Manuskripte Verlag mitgebracht, der Ende des Jahres vom Meter-Morphosen-Verlag übernommen wird.

Die Schulbibliothek der Liebfrauenschule Mülhausen hat Anni Michelkens für Neuanschaffungen aussortiert. "Die kleine Oase" nennt das Püttrecht Mühlenstraße seine Caféteria. Gertrud Bühner-Lichtrauter, Heimleiterin vom St.-Josef-Stift, stellt dafür den Innenhof zur Verfügung. Die gleiche Idee hatte das Püttrecht Feldstraße, das mit dem Erlös die Straße verschönen möchte. Die Galerie Lohmühle schließt sich als "Püttler" mit an. Für "Sesmaroglo Kids" wurden Crêpes gebacken. Aus Kevelaer kommt Andrea Verhalen mit Freundinnen nur einmal im Jahr mit einem Bücherstand nach Wachtendonk. "Krimis gehen immer", sagt sie.

Als Heimatsammler bezeichnet sich Jens Hielscher aus Stenden, der antiquierte Bücher aus Nachlässen anbot. Sein Zwillingsbruder Olaf trennte sich von seinen vielen Perry-Rhodan-Heften. Irmgard Kuypers aus Kengen will ihre Sachen nicht wieder mitnehmen und gibt 50 Prozent Rabatt. Mit "Damned United" ersteht Stefan van Wickern den "wahrscheinlich besten Roman, der je über Sport geschrieben wurde".

Die Büchermeile im historischen Ortskern wird durch das Angebot mit dem verkaufsoffenen Sonntag schließlich erweitert. Davon profitiert auch der "Wabula" (Wachtendonker Buchladen). Inhaber Hans-Jürgen van der Giet verkauft viel aktuelle Fantasy-Literatur, weil es die gebraucht noch nicht gibt.

Quelle: RP
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