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Geldern
Ein Dorf im Goldrausch

Geldern: Ein Dorf im Goldrausch
Mit einem Banner empfing das Kevelaerer Dorf die Kommission, die sich gestern in Achterhoek umsah und dabei verschiedene Stationen in dem Ort unter die Lupe nahm. FOTO: Seybert
Geldern. Die Bundeskommission "Unser Dorf hat Zukunft" war gestern zu Besuch im kleinen Ort zwischen Kapellen und Winnekendonk. Drei Stunden dauerte die Besichtigung. Ende Januar gibt es das Ergebnis Von Bianca Mokwa

Die Begrüßung ist typisch niederrheinisch. "Da komm'se", ruft ein Achterhoeker, als der Bus der Bundeskommission anrollt. Die komm, um sich drei Stunden lang von den Qualitäten des kleinen Ortes zu überzeugen. Am Ende könnte es Gold geben. Auf Kreis- und Landesebene haben die Achterhoeker das bereits geschafft.

Bevor sich alle in den Gemeinschaftsraum drängeln, bedankt sich Reinhard Kubat von der Bundeskommission für den freundlichen Empfang. Sichtlich beeindruckt sind einige der 14 Jurymitglieder vom Schützensilber des Kinderschützenkönigs und seiner Minister, die auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum mit den "großen" Schützen Spalier stehen. Es duftet nach Kaffee, Kuchen und Kirschen stehen bereit. Bei den Kirschen steht der Hinweis "Aus der Streuobstwiese". Während drinnen eher nüchterne Fakten über Achterhoek dargelegt werden, findet draußen das wahre Dorfleben statt: Schützen und Feuerwehrmänner stehen plaudernd beisammen. Kevelaers Bürgermeister Dominik Pichler verdeutlicht währenddessen, was die Bewertungskommission erwartet. "Wir in Kevelaer sind stolz wie Bolle auf Achterhoek. Das ist ein ziemlich quirliger Haufen." Franz Heckens von der Stadtplanung der Stadt Kevelaer erklärt kurze Zeit später das Selbstverständnis der Achterhoeker. "Die fühlen sich als erstes als Achterhoeker, vielleicht als zweites als Winnekendonker und als letztes als Kevelaerer." Den Zuhörern gefällt das. Alle lachen. Außerdem informiert Heckens, warum es "im Achterhoek" heißt und nicht "in Achterhoek". "Es ist keine typische Ortschaft, wenn sie auf den Flächennutzungsplan schauen." Es gebe aber immerhin einen gewissen Bauansatz, der sich um die Kirche entwickelt habe. Sofort stellt eines der Jury-Mitglieder die erste Frage, wieso es überhaupt eine Kirche geben. Die Antwort ist so einfach wie prägnant. "Weil die Achterhoeker so sind, wie die Achterhoeker halt sind", sagt Heckens. Und das darf als Kompliment gelten. Auf der Tour durch ihre Heimat erklären die Achterhoeker immer wieder, wo sie angepackt haben, und was letztendlich den Zusammenhalt ausmacht. Auf dem Dorfplatz, den die Einheimischen mit viel Eigenleistung gestemmt haben, ist der Prinzenwagen der AKG platziert, die Kommission wird mit einem herzlichen Helau begrüßt. Und Willi Gietmann, Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft, erzählt von den weiteren Träumen, die die Achterhoeker haben. "Schön wäre ein Radweg von hier nach Kapellen. Der größte Wunsch wäre natürlich, ein Vereinsheim in Eigenleistung zu errichten, aber das dauert noch." Und dann ist da noch der kleine Wunsch nach Bundesgold. Im Januar geht es nach Berlin zur Verkündung. Die Achterhoeker haben alles getan, damit es klappt.

Achterhoek bereitete Reinhard Kubat von der Bundeskommission einen freundlichen Empfang. FOTO: Seybert Gerhard
Quelle: RP
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