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Straelen
Ein Engländer für Straelens Asylarbeit

Straelen: Ein Engländer für Straelens Asylarbeit
Straelens Ordnungsamtsleiter Rolf Stöcker (l.) ist froh, dass mit Michael Ellis ein Betreuer für die Flüchtlinge gefunden wurde. FOTO: Seybert
Straelen. Michael Ellis ist der erste offizielle Mitarbeiter der Stadt, der sich ausschließlich um die Belange der Flüchtlinge kümmert. Rolf Stöcker hatte als Ordnungsamtsleiter lange für die Stelle gekämpft. Sie ist befristet. Zunächst. Von Bianca Mokwa

Lange hatte Rolf Stöcker für die Stelle gekämpft. Seit dem 1. Juni ist er nun offiziell eingestellt: Straelens erster Beauftragter für die Asylbewerber. Der Mann, der sich um die Belange der Flüchtlinge kümmert, ist Michael Ellis. Der 55-Jährige ist gebürtiger Engländer und konnte schon einen ersten Einblick in seine neue Arbeit gewinnen.

Einen festen Fahrplan, was zu tun ist, gibt es nicht, und er hat auch keinen Vorgänger, dem er über die Schulter schauen kann. Bisher hatte nämlich Jochen Lennartz vom Ordnungsamt alles, was rund um die Flüchtlinge anfiel, einfach mitgemacht. "Dadurch litt aber die übliche Außendiensttätigkeit", sagt Stöcker. Für den Chef des Ordnungsamts war die Stelle längst überfällig, vor allem angesichts der permanenten Zuweisungen von Flüchtlingen auch in die Blumenstadt.

Schwerpunkt der neuen Arbeit von Ellis wird die Betreuung der Flüchtlinge sein. "Wir lassen diese Menschen nicht einfach ohne Sprachkenntnisse allein", sagt Stöcker. Die ersten Wege zeigen und mitgehen, also zum Arzt und zum nächst gelegenen Supermarkt, dafür ist Ellis zuständig. "Mit der Hilfe und Unterstützung des Arbeitskreises Asyl geben wir uns alle sehr viel mehr Mühe, auch über die gesetzlichen Vorgaben hinaus", sagt Stöcker.

Ellis wird aber nicht nur Ansprechpartner sein für die Asylbewerber, sondern auch für Anwohner und Eigentümer. In den neu gebauten Häusern am Sanger Weg hat er ein kleines Büro für Sprechstunden. Außerdem habe die Stadt gegenüber den Eigentümern, die ihre Privathäuser zur Flüchtlingsunterbringung überlassen haben, auch Verpflichtungen, fährt Stöcker fort. Dass im Winter bei laufender Heizung nicht die Fenster stundenlang sperrangelweit offen stehen, auch darauf wird Ellis ein Auge haben. Thema ist da die Kosteneinsparung. Kleinere Reparaturen, wie eine defekte Glühbirne ersetzen, auch das kann mal Aufgabe sein.

Aber Schwerpunkt ist die Betreuung, sagt Stöcker. Zum Beispiel wenn ein Flüchtling zum Arzt nach Münster muss, dann fährt Ellis mit. Berührungsängste hat der 55-Jährige nicht, ganz im Gegenteil. Als er die ausgeschriebene Stelle in der Zeitung las, war er sofort überzeugt. Den Umgang mit Menschen aus aller Welt, den kennt er noch von seiner Zeit bei der britischen Luftwaffe. Und dort, wo er bei den Flüchtlingen mit Englisch nicht weiterkommt, helfen Hände und Füße.

81 Bewerbungen gab es auf die Stelle. Voraussetzung war, dass die Bewerber nicht weiter als 20 Kilometer weg wohnen, denn in Zukunft soll Ellis auch am ordnungsbehördlichen Bereitschaftsdienst beteiligt werden. Vier Bewerber kamen in die engere Auswahl, darunter auch eine Frau, sagt Stöcker. Unterschiede in der Qualifikation habe es nur in Nuancen gegeben.

Die Stelle ist zunächst auf ein Jahr befristet. "Wir wollten erst einmal abwarten, wie sich die Flüchtlingszahlen entwickeln", sagt der Ordnungsamtschef. Aber er sehe jetzt schon weiterhin für die Stelle absoluten Bedarf. Und wer die Bilder im Fernsehen verfolgt, der wird ihm Recht geben müssen.

Quelle: RP
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