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Geldern
Ein Kandidat für das "schwarze Schaf"

Geldern. Heino Tiskens ist als vielversprechender Nachwuchskünstler für den Kabarett-Preis nominiert. Der 43-Jährige mit Wohnort Nettetal arbeitet als Physiotherapeut am Gelderner St.-Clemens-Hospital. Von Monika Kriegel

Eine illustre, aber konstante Fangemeinde hat Heino Tiskens schon. Sie geht über den Wohnort Nettetal hinaus, verdichtet sich im Gelderland, wo er als Physiotherapeut arbeitet, erstreckt sich weiter über den Niederrhein.

Wer ihn mit seinem aktuellen Programm "Zurück zur Kultur" nicht kennt, hat dazu bald ansatzweise Gelegenheit. Der 43-Jährige zählt zum nominierten Kreis von einem Dutzend Bewerbern um den Kabarettpreis "Das schwarze Schaf" 2016. Alle zwei Jahre wird der Preis an den Kabarett-Nachwuchs verliehen.

Heino Tiskens verehrt den Vater des niederrheinischen Kulturpreises. "Hanns-Dieter Hüsch spielt für mich eine große Rolle, denn er hat mir gezeigt, dass ich als gebürtiger Niederrheiner meine Heimat lieben darf." Von sich selbst behauptet der Nominierte, dass er sehr zurückgezogen lebe, jedoch ständig die Fühler ausgestreckt habe. Was in der Welt so los ist, was er im beruflichen und Privatleben aufschnappt, verfeinert er. Seine Gedanken zum Tagesgeschehen trägt er neben geplanten Auftritten bei Bedarf als Mail-Newsletter "Aufschnapper der Woche" weiter. "Ich hau' mal einen raus und bleibe dann in der Deckung", wartet er auf Reaktionen, die je nach Thema schon auch mal heftig ausgefallen seien.

Nun hat Heino Tiskens die Qual der Wahl, die 15-minütige Präsentation für die Vorrunden punktgenau auszuwählen, also maximal drei kurze Liedbeiträge des Baritons einzufügen. Was inhaltlich gefordert wird? Heino Tiskens interpretiert es für sich: "Politisch orientiertes Kabarett, aber mit der Möglichkeit eines fließenden Übergangs zu Comedy."

Als "Publikum" gab er seinen Sangesfreunden aus dem Walbecker Kirchenchor eine Kostprobe mit dem abgespeckten Timing. Die Reaktion des Stimmungsbarometers? "Soll es eigentlich lustig oder anspruchsvoll sein? Wenn da letzteres gemeint war, war es gut", gaben ihm die Walbecker mit in die Vorbereitung.

Bühnenerfahrung hat der Physiorapeut im Gelderner Krankenhaus bereits: 2008 kam er bei einem Wettbewerb in Innsbruck ins Halbfinale. "Damals war ich aber noch unerfahren, jetzt ausgeglichener im Scheinwerferlicht." Aber erst mal sehen, was die Konkurrenz macht. "Vor der habe ich zwar Respekt, aber der bekennende Niederrheiner denkt immer von Spiel zu Spiel. Und nominiert ist nominiert. Jetzt hätt' ich auch nix dagegen, den Preis zu gewinnen", bringt sich der Autodidakt mit der Gitarre in Position.

Natürlich hofft er auf gute Unterstützung in den acht Vorrunden: Die Termine sind 8. und 15. März in Emmerich, 9. und 16. März in Krefeld, 10. und 17. März in Moers sowie 11. und 18. März in Wesel. Die besten sechs aus den Vorrunden stehen im Finale am 7. Mai im Theater am Marientor in Duisburg.

Quelle: RP
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