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Wachtendonk
Ein rollendes Heim für 250 Eierleger

Wachtendonk: Ein rollendes Heim für 250 Eierleger
Das Hühnermobil am Wachtendonker Kootweg 2: Nicole Deutskens mit ihren Kindern Karl-Josef, Hannah und Matthias. FOTO: Jürgen Venn
Wachtendonk. Die Familie Deutskens hat auf ihrem Hof in Wachtendonk ein Hühnermobil. Die Kunden sollen sehen, wo ihre Ware herkommt. Die ehemalige Hobbyhaltung wird jetzt professionell betrieben. Von Michael Klatt

Ist die Luft rein, dann laufen und scharren sie leise gackernd auf der Weide – die Braunen, Weißen, Grauen und Schwarzen. Droht Ungemach von oben, durch einen Greifvogel oder einen Regenguss, suchen sie Schutz unter stählernen Flügeln. Das sind die seitlichen Ausleger ihrer Wohnung. 250 Stück Federvieh leben in einem ausrangierten Überseecontainer. Er ist das Hühnermobil der Familie Deutskens auf dem Küpers-Hof in Wachtendonk.

Als Hobby begann die Landwirtsfamilie die Hühnerhaltung vor Jahren. Mit 20 Tieren fingen die Deutskens' damals an. Die Eier verschenkten sie an Freunde und Verwandte. "Doch die wollten immer mehr haben, weil die Eier so lecker sind", erzählt Tochter Hannah (11). Und ihr ein Jahr älterer Bruder Matthias ergänzt: "Die grünen schmecken am besten." Die Nachfrage wurde immer größer, so dass die Familie überlegte, das Ganze auszubauen. "Wir haben uns bei anderen Betrieben umgesehen", berichtet Mutter Nicole Deutskens. Ende Februar startete das Hühnermobil. Ein konventioneller Stall kam für die Wachtendonker nicht in Frage. "Wir wollen das transparent halten, unsere Kunden sollen sehen, wo die Eier herkommen", erklärt die 36-Jährige.

Im Winter fahren zwei Lastwagen des Hofs Überseecontainer, und so kam der Familie die Idee, einen solchen als Heim für Hühner zu nutzen. Eine Firma überließ einen alten, rund acht Meter langen und drei Meter breiten Stahlkoloss. Jetzt ist er das Haus für 250 Vertreter der Hühnerrassen Araucana und IS Warren. Natürlich wurde er entsprechend "möbliert". An einer Wand lehnen schräg Sitzstangen, die Ruheplätze für die Nacht. Zwei Plastiktanks auf dem Dach speisen die Nippeltränken im Innern mit Wasser, wobei ein Schwimmer in einem weißen Behälter die Durchflussmenge reguliert. An der Wand den Sitzstangen gegenüber sind aus Holz und Plastikplane sechs "Separées" gebaut: die Familien-Legenester. "Dort können bis zu vier Hennen gleichzeitig Eier legen", erläutert Nicole Deutskens.

200 bis 220 weiße, braune und grüne Eier kommen täglich zusammen. In den Ferien helfen Matthias, Hannah und der dreijährige Karl-Josef ihrer Mutter begeistert beim Einsammeln.

Mittlerweile kommen die Kunden sogar aus Krefeld. Das Landlädchen auf dem Küpers-Hof am Kootweg 2 funktioniert nach dem Selbstbedienungsprinzip und ist daher rund um die Uhr geöffnet. Auch hausgemachte Nudeln, Marmeladen und Kartoffeln gibt es dort – und Eierlikör in 13 Sorten. Doch für den müssen die Kunden, des Jugendschutzes wegen, bei Deutskens' klingeln. "Oder aber, wenn sie Beratung haben wollen", sagt Nicole Deutskens, die auch unter Telefon 02836 919326 Fragen beantwortet.

Das Hühnermobil der Familie Deutskens können Besucher von der Straße aus gut erkennen. Rein dürfen sie jedoch nicht, aus Hygienegründen. Und die Hühner schlafen nachts im geschlossenen Container. Sonst droht ihnen Ungemach vom Boden, durch Fuchs und Marder.

Quelle: RP
 
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