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Geldern
Eine mittelalterliche Geburtstagsparty

Geldern: Eine mittelalterliche Geburtstagsparty
Zur Geburtstagsfeier des Fördervereins laden Vorsitzende Petra Frank-Diebels (2. v. r.), Geschäftsführer Dr. Udo Grote (l.), der stellvertretende Vorsitzende Heinz Trauten und Elisabeth Maas ins Stiftsmuseum ein. FOTO: Ostermann Olaf
Geldern. Der Förderverein Stiftsmuseum lädt ein, am Donnerstag, 1. September, sein 20-jähriges Bestehen zu feiern. Von Dirk Möwius

Schwer beeindruckt war Petra Frank-Diebels vor über 20 Jahren, als Dr. Udo Grote ihr die Idee von einem Museum am Dom vorstellte. Es brauchte schon viel Phantasie, um sich in den Räumen und dem feuchten Keller ein modernes Museum vorzustellen. "Den Speicher hat er mir schon gar nicht gezeigt", erinnert sich die Issumerin. Aber sie ließ sich von seiner Vision mitreißen und half dabei, den Förderverein Stiftsmuseum aufzubauen. Der ist nun längst erwachsen und wurde im Februar 20 Jahre alt. Die Geburtstagsparty wurde aber in den Sommer verlegt. Am Donnerstag, 1. September, 17 Uhr, sind nicht nur die Mitglieder, sondern alle Interessierten eingeladen, zunächst im Kapitelsaal im Dom und danach im Kreuzgang wie im Museum darauf zurückzuschauen, was aus Grotes Vision geworden ist.

Der Abend steht unter dem Motto "lebendiges Mittelalter". "Es war immer unsere Idee, hier das Mittelalter wieder lebendig zu machen in diesem modernen Museum im historischen Gebäude", so Petra Frank-Diebels, die Vorsitzende des Fördervereins. "Alles muss passen", sagt Grote. "Angefangen von der Musik bis zum Essen und den Getränken." Also kein Sekt mit Orangensaft - wer presste im Mittelalter schon Apfelsinen aus? Rhabarbersaft wird gereicht, zudem gibt es Bier und Wein. Der Rebensaft hat einen besonderen Bezug zu Xanten. Das Weingut in Guntersblum (Rheinhessen) hat tatsächlich früher die Stiftsherren in Xanten beliefert. Auf der Speisenkarte stehen kräftige Gerichte wie Gulasch, grobe Bratwurst und Käsekrapfen sowie ein lieblicher Beerenpfannkuchen. Für die traditionelle Musik sorgen "Töttchen und Pumpernickel", die Lieder aus dem Münsterland auf Platt und Hochdeutsch mit Instrumenten wie dem Dulcimer und der Drehleier spielen.

"Keine langen Geburtstagsreden", versprechen die Organisatoren. Stattdessen gibt es einen Festvortrag zu einer älteren Schwester des Jubilars. Prof. Dr. Dieter Scheler stellt die Kegelgilde des Stiftes Xanten vor - gesehen als "mittelalterlicher Förderverein". Zu sehen gibt es zudem traditionelle Handwerkskunst, wie sie auch im Mittelalter ausgeübt wurde. Gold- und Silberschmied Herbert Cürvers kommt das Kevelaer, um sein Handwerk zu erläutern und vorzuführen. Ines Krupp und Claudia Kienzle aus dem Stiftsmuseum zeigen die Kunst des Papierschöpfens und die Buchherstellung. Mit dabei ist natürlich auch die Dombauhütte, die neben der Steinbearbeitung vorführt, wie mit einem Lastenrad schwere Dinge transportiert werden konnten. Im Vortragsraum lässt sich an Fotos die Entwicklung von 20 Jahren Förderverein sowie Entstehung- und Bau des Stiftsmuseums nachvollziehen.

Elisabeth Maas hofft, dass auch Xantener, die bisher nicht mit dem Stiftsmuseum vertraut sind, die Gelegenheit nutzen, einmal hinter die Kulissen zu schauen. "Wir erleben immer wieder, wie überrascht Besucher sind, wenn sie erstmal sehen, was wir hier zeigen, berichtet die stellvertretende Museumsleiterin. "Das haben wir nicht erwartet, so etwas Tolles gibt es bei uns", heiße es dann oft.

Quelle: RP
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