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Issum
Eine Vorlese-Nacht ist "schöner als Internet"

Issum: Eine Vorlese-Nacht ist "schöner als Internet"
Die Kinder ließen sich in der Nacht in die Welt von "Afrika" entführen. FOTO: Seybert
Issum. "Ich bin jetzt zum dritten Mal bei der jährlichen Lesenacht", verriet Olivia (12), die es sich im Ratsaal des Hauses Issum zusammen mit gut 40 weiteren Kindern gemütlich gemacht hatte. Es ging nämlich am Freitagabend "um Afrika, was da im Land passiert", meinte sie. "Die ganzen Sachen werden dabei schön vorgelesen und gut erklärt." Für diesen Part ist der ehemalige Lehrer Rolf Pester verantwortlich, der nun bereits zum 16. Mal Jahr für Jahr mit seinen kleinen Gästen die verschiedensten Bereiche der Welt erkundet.

"Die ganze Aktion ist etwa so alt wie der Kultur-Kreis Issum, der das Ganze auch organisiert. Wir dachten uns am Anfang, dass wir auch etwas für Kinder anbieten sollten und das hier war das Ergebnis", erinnerte sich der Vorlese-Profi. "Die Themen suchen wir im Team aus. 2010 hatten wir bereits eine Afrika-Nacht und die kam sehr gut an. Jetzt nach sieben Jahren dachten wir, dass es Sinn machen würde, das Thema zu wiederholen. Wir haben uns auch nach weiteren Geschichten umgeschaut."

Pester und das Vorlese-Team haben schließlich unter anderem die Geschichte rund um Cleo, die Affendame, gefunden, die bei Menschen gelebt und viele interessante Stationen in ihrem bewegten Leben durchlaufen hat. Zusätzlich erklärte Pester auch ganz unaufgeregt und kindgerecht, was die Apartheid war, weshalb verschiedene Tiere in Afrika nun zu bedrohten Arten geworden sind und warum es heutzutage nicht mehr gerne gehört wird, wenn man zu Schwarzen "Neger" sagt: "Das Beste ist ohnehin, man nennt sie Paul, oder Peter: Eben halt bei ihrem Namen, oder man sagt einfach 'du', der Rest ist ja eh egal." Genauso wie bei der ersten Nacht 2010 war auch die Musik- und Tanz-Gruppe Adesa wieder mit dabei. Julius Nartey, Alex Bapulah und der artistisch atemberaubende Yahaya Alhassan zeigten Tänze und gaben spielerisch einen kulturellen Eindruck Afrikas.

Die kunterbunte Truppe ließ die Kinder verschiedene Tiergeräusche erraten und war auch am Ende mit dabei, als nach 21 Uhr die Kleinen umringt von Fackeln wieder ihren Eltern übergeben wurden. Das absolute Adesa-Highlight war dabei Yahaya Alhassan, der mit fünf drehenden großen Schalen und den jungen Besuchern jonglierte. "Das war sehr sehr cool", meinte Lauren (11). Sie fand, dass der Abend "mal etwas anderes war. Hier wurde einem richtig was erklärt und alle waren lieb". Auch Jari (5) gefiel es: "Es ist gut, weil wir etwas über Afrika lernen. Das ist nicht so wie sonst. Das hier ist schöner als Internet."

(cnk)
 
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