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Geldern
Einladend: Islamische Gemeinde in Geldern

Geldern: Einladend: Islamische Gemeinde in Geldern
An kulinarischen Köstlichkeiten mangelte es nicht beim Tag der offenen Tür am Marktweg nicht. FOTO: Seybert
Geldern. Beim Tag der offenen Tür bot die Islamische Gemeinschaft am Marktweg ein liebevolles Unterhaltungsangebot. Die Gastgeber hatten immer ein offenes Ohr für Fragen. Jeder fühlte sich willkommen. Von Christoph Kellerbach

Am Samstag und Sonntag hatte die Islamische Gemeinschaft ihren Tag der offenen Tür. Zum dritten Mal luden die Vereinsmitglieder und ehrenamtlichen Mitarbeiter dazu ein, einen schönen Tag mit leckerem Essen zu verbringen und dabei Fragen rund um den Islam zu stellen.

"Wir sind bis jetzt in jedem der drei Jahre hier gewesen", verriet Besucherin Katharina Gottlieb aus Straelen. Aus verschiedenen Gründen. "Hier schmeckt es einfach so lecker. Auch sonst gefällt es mir hier. Diese familiäre Unaufgeregtheit ist einfach schön", erzählt sie. Sie hat schon viele Angebote genutzt: "Ich habe die Moschee besichtig und mir Literatur und einen Koran gekauft, denn ich wollte mich besser informieren." Und überhaupt fühlt sie sich wohl: "Die Menschen hier sind sehr intelligent und sehr lieb."

Ein großer Raum im Gebäude am Marktweg fungiert als Moschee. Im Jahr 2000 wurde das Haus angemietet, "2002 sind wir hierhin umgezogen", erklärt Gülseren Yazaydin, die ehrenamtlich seit 2009 bei der Islamischen Gemeinschaft mitmacht. "Hier findet auch viel Jugendarbeit und Unterricht statt. Alles auf Deutsch, da wir hier sehr multikulti sind und das einfach die einzige Sprache ist, die uns alle verbindet." So werden rund 70 jungen Leuten die Grundlagen des Islam beigebracht.

Lea Cox aus Issum findet die offene Vorgehensweise der Islamischen Gemeinschaft Geldern "richtig toll, denn hier wird man nett empfangen und kann über alles miteinander reden. Es gibt keine Tabu-Themen", lobt sie. Ihre Freundin Yagmur Arkaz hatte sie damals zum ersten Tag der offenen Tür mitgenommen, "weil ich einfach mal zeigen wollte, dass wir gar nicht so böse sind, wie immer getan wird", erinnert sich diese. "Auch wenn zumindest Lea das glücklicherweise schon vorher nicht gedacht hat."

Für die Zukunft hat die Islamische Gemeinschaft noch viel vor: "Wir suchen immer nach neuen Ehrenamtlichen, die uns unterstützen", so Vereinsmitglied Yunus Kahraman. Einige geplante Projekte habe man personell bisher einfach nicht geschafft. "Auch würden wir gerne mal ein paar Politiker einladen, um hier für einen Abend mit uns zu diskutieren."

Doch bis dahin wird mit Essen und Gesprächen dafür gesorgt, dass bei vielen Bürgern die Islam-Paranoia abgebaut wird. "Wir legen hier einfach viel Wert auf Bildung und hoffen, dass wir so die Unterschiede aufzeigen können zwischen dem richtigen Islam und jenem, der die Menschen ausnutzt", sagt Gülsüm Yazaydin. Bevor sie weitersprechen kann, schreit ein kleiner Junge auf: Er wurde von einer Wespe ins Ohr gestochen. Prompt springt sie auf und rennt mit einer kalten Flasche Wasser zurück, die sie den besorgten Eltern gibt, um den Stich zu kühlen. Ein Beispiel für die familiäre Atmosphäre beim Fest.

Quelle: RP
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