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Geldern
Elefantenpups-Autorin signiert in China

Geldern. Die Hartefelderin Heidi Leenen war zu Besuch in der 32-Millionen-Stadt Chongqing. An 13 Plätzen wurde ihr Musikstück für Kinder gezeigt. Die Eindrücke sind überwältigend. Sie hat ein "Herz voller Ereignisse" mit in die Heimat genommen. Von Bianca Mokwa

Der Kontrast könnte nicht größer sein. Wenn Heidi Leenen aus dem Haus tritt, geht sie an Feldern vorbei, dann kommt lange nichts. In der 32-Millionen-Stadt Chongqing fühlte sie sich dagegen, als ob sie in einem Meer von Menschen badete. Zu Besuch war die Hartefelderin und Autorin dort, weil ihr Elefantenpups in China erstmals auf die Bühne gebracht wurde.

"Die Eindrücke sind gewaltig", versucht sie das Erlebnis in Worte zu fassen. "Ich habe noch nie ein so großes Konzerthaus gesehen, war noch nie in einer so großen Stadt", sagt Heidi Leenen. Dabei hatte alles ganz klein angefangen, nämlich mit dem Gedanken, Kindern klassische Musik auf fröhliche Art und Weise nahe zu bringen. "Peter und der Wolf" hatte für die jüngeren Kinder ein bisschen zu viel Dramatik. Gesagt, getan. Heidi Leenen setzte sich hin und aus der Idee entstand die Geschichte um Direktor Fröhlich und sein Zooorchester, oder kurz: "Der Elefantenpups". 2009 erschien der erste Band. Am Stand der Buchmesse besuchte sie eine chinesische Delegation, die Interesse an dem Buch äußerte, wenn ein chinesisches Tier auftauchte. Gesagt, getan. Im zweiten Band zieht die Pandadame Mei Yue in den Elefantenpups-Zoo ein. Mittlerweile ist mit "Rettet den Zoo" sogar ein dritter Band erschienen.

In China gibt es alle drei Bände zusammen in einem Paket. Heidi Leenen zieht eine solche Trilogie mit den, auf den ersten Blick ungewöhnlichen Schriftzeichen hervor. Und wie war die Umsetzung in Chongqing? Von der ersten Minute an war das Publikum einbezogen. Das faszinierte die Hartefelder Autorin am meisten. 1200 Kinder und Erwachsene fieberten mit, durften die Instrumente von den Zuschauerrängen aus den Musikern zurufen. Die trugen auf ihren Köpfen Tiermasken. Fasziniert war Heidi Leenen von der Spielweise der Menschen an den Instrumenten. "Diese Leichtigkeit, dieser Spaß, das macht es aus. Da springt der Funke auch von der Bühne auf das Publikum über", sagt die Autorin. Und der Funke sprang in China, viele Tausende Kilometer von Hartefeld entfernt, genauso über wie bei den Aufführungen am Niederrhein. Vielleicht mag es überraschen, dass sich Chinesen geraden den "Elefantenpups" zur Musikerziehung aussuchen, gelten sie doch als besonders streng und strebsam, wenn es um die Erziehung geht. Spaß scheint da erst einmal wenig Platz zu haben. "Alles, was die Eltern übrig haben, stecken sie in die Erziehung ihrer Kinder", bestätigt Heidi Leenen. "Geige und Klavier sind der Renner. Wer in einem Orchester spielt, hat es so gut wie geschafft." Aber die chinesische Konzertpädagogin Melody hatte das deutsche Buch bewusst auf ihrer Suche nach einem musikalischen Lesestoff, der Spaß und Lernen vereint, ausgesucht. Und so hatten auch der Gute-Laune-Raggae und Heimweh-Blues Platz auf der Bühne in 13 Spielstätten Chinas bekommen. "Die verschiedenen Musikstile kennen lernen und mit Musik Gefühle ausdrücken, das hilft auch im späteren Leben", nennt Heidi Leenen einen weiteren Gedanken ihres Buches - neben der Instrumentenkunde. Die Musik zu ihren Ideen zum ersten "Elefantenpups" hat der Gelderner Christian Klaessen komponiert.

"Ich bin ja eigentlich als Zuschauerin gekommen", sagt Heidi Leenen über ihren Besuch im großen Theater von Chongqing. Auf die Bühne wurde sie trotzdem geholt, im Anschluss musste sie Autogramme geben. Die Schlange war lang. Weil sie die chinesische Schrift nicht beherrscht, habe sie einfach etwas Nettes auf Deutsch oder Englisch geschrieben, verrät die Hartefelderin. Leenens Gedanken kreisen noch um den herzlichen Empfang, "obwohl wir nicht die gleiche Sprache sprechen". Ihr Herz sei voll mit den Ereignissen. Angedacht als Trilogie, wird es keinen weiteren Elefantenpups-Band mehr geben, sagt Leenen. Aber sie arbeitet an etwas Neuem. "Es hat auf jeden Fall mit klassischer Musik zu tun und mit Tieren, aber mehr darf ich noch nicht verraten", sagt die Hartefelderin lächelnd.

Quelle: RP
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