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Heimat entdecken in Kerken
Entspannt: Segway-Tour durch die Natur

Heimat entdecken in Kerken: Entspannt: Segway-Tour durch die Natur
Vom Dionysiusplatz aus ging es mit den Elektro-Fahrzeugen rund um die Gemeinde Kerken. FOTO: Markus van Offern
Kerken. Das moderne Fortbewegungsmittel bietet eine schöne Möglichkeit, die heimische Umgebung zu genießen. Die RP begab sich auf eine Tour rund um Nieukerk. Die Wirtschaftsförderung freut sich über gute Resonanz auf das Angebot. Von Sina Honnen

"Oh Heimat, schön, wie du mich anlachst", so singt der aus Kapellen stammende Sänger Johannes Oerding zurzeit im Radio rauf und runter - der passende Soundtrack zu einer idyllischen Segway-Tour, wenn auch nur im Kopf. Diese jedoch führte nicht (in das sicherlich auch sehr schöne) Kapellen, sondern rund 13 Kilometer Luftlinie weiter südlich durch Nieukerks Wiesen und Felder. Und da lachte einem eben nicht nur die Heimat, sondern auch die untergehende Sonne entgegen.

Elf Teilnehmer jeglicher Altersklassen, drei Guides der Firma "Fit 4 SEG" und für jeden ein völlig neues Fortbewegungsgerät: die Segways. Wer schon einmal auf einem gestanden hat, kann sich vorstellen, wieso man den Ausblick viel entspannter genießen kann als zum Beispiel beim Abstrampeln auf dem Rad. Das Gerät auf zwei robusten Rädern reagiert empfindlich auf die leichteste Gewichtsverlagerung. Lehnt man sich nach vorne, gibt der Segway Gas, und bremst ab, sobald sich der Körper wieder in eine aufrechte Position stellt. Gelenkt wird mit dem Steuerungshebel, der sich genauso kinderleicht nach links oder rechts bewegen lässt. Klingt zunächst nach einer sehr wackligen Angelegenheit, aber der Segway hat einen eingebauten Gleichgewichtsmodus. Die Angst vorm Umfallen war also fix beseitigt, und nach ein paar Proberunden über den Dionysiusplatz konnten Tourführer Dirk Sauder und sein Team bei allen vom "Schildkröten"- in den Speed-Modus schalten. Somit kann der Segway bis zu 20 Kilometer pro Stunde schnell werden. Die Tour, angesetzt für anderthalb Stunden, konnte beginnen.

Wohin die Route ganz genau führte, lässt sich gar nicht genau rekonstruieren. Vor allem liegt es daran, dass es nach wenigen Minuten völlig egal war, ob die Nieukerker, Gelderner oder Issumer Luft um die Nase wehte. Und da kommt eben das Spezielle am Segway-Fahren hinzu: Ich hatte die Chance, mich einmal ganz auf mich zu konzentrieren, die Aussicht auf die Landschaft zu genießen und mich zu fragen: Was bedeutet eigentlich Heimat? Und irgendwo im Nirgendwo kam ein ganz neuer Gedanke. Vielleicht ist "Heimat" nicht immer unbedingt ein Ort. Vielleicht ist Heimat auch ein Gefühl von Wohlsein und von Ankommen. Dazu eine weitere Liedzeile aus dem aktuellen Radioprogramm: "Und beim Anblick dieser Schönheit fällt mir alles wieder ein. Sind wir nicht eigentlich am Leben, um zu lieben und zu sein?" (Andreas Bourani in "Astronaut")

Am Niederrhein gehört zu diesem Gefühl eben eher die Landluft als der Stadtlärm, und es ist kein Geheimnis, wie genau es auf dem Land manchmal riecht. Dazu gehören die Natur, das Zusammensein mit netten Menschen und ein Moment der Ruhe zwischen Alltagsstress und Zukunftsangst - alles das ist Heimat. Wer hätte gedacht, dass man das auf einem Segway so neu für sich entdecken kann? Begeistert von der Tour waren alle, auch Teilnehmer Dieter Eickmanns. Er ist gebürtiger Nieukerker, aber auf einem Segway war er bis dato noch nicht durch "sein" Dorf gedüst. "So ein Ding hab' ich noch nie gefahren", so Eickmanns, dem es um den "Spaß an der Sache" ging.

Nach der eigentlichen Segway-Tour gegen 19 Uhr an einem Freitag war der Spaß aber noch lange nicht vorbei: Die Teilnehmer hatten ein Komplettpaket mit anschließender Whisky-Verkostung in der Kerkener Whiskybotschaft gebucht. Nicole Thyssen von der Touristen- und Wirtschaftsförderung freut sich darüber, dass das "Kombiprodukt" aus Natur und Kulinarischem so gut ankommt, beides wichtige Faktoren, wenn es um das Thema "Heimat" geht. Auch für 2016 sind eine Segway-Tour ohne und eine mit Ausklang in der Whiskybotschaft geplant.

"Das ist echt ein Juwel hier", beschreibt Thyssen das Lokal am Schwanenmarkt. Sie ist sich sicher, dass man mit Aktionen dieser Art die Köpfe der Menschen für ihre Heimat wieder neu öffnen kann -auch oder besonders für die Jugend. Alternativen zum Leben in Social Media und Co. anzubieten und so ins Gespräch mit den Jugendlichen zu kommen, sei das A und O, um "Heimat" zu erhalten. Wieso also nicht mal eine Segway-Tour in der eigenen Heimat versuchen?

Quelle: RP
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