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Michael Cuypers
Er bringt Kleinkunst auf Sevelens Bühne

Geldern. Michael Cuypers hat die Veranstaltung "Issumer Kleinkunstabend" vor zwei Jahrzehnten aus der Taufe gehoben. Noch heute organisiert er und ist Conférencier.

In wenigen Tagen, am 24. Oktober, geht im Bürgerhaus Sevelen ab 20 Uhr der 20. Issumer Kleinkunstabend über die Bühne. Womit hat das Altbierdorf eine solche Veranstaltung verdient?

Michael Cuypers Die habe ich ins Leben gerufen. Anfang der 1990er Jahre waren Kabarettgrößen wie Hanns Dieter Hüsch und nach der Wende die Leipziger Pfeffermühle aktuell. Ich bin schon damals aktiver Musiker gewesen und hatte für Issum die Idee eines Kleinkunstabends. Ich habe mir das wie eine Fernsehshow vorgestellt, mit jeweils zwanzigminütigem Programm und dazwischen Übergänge mit Musik.

Wie reagierte die Gemeinde Issum darauf?

Cuypers Die sagten damals: "Wir probieren das mal aus." Seitdem ist das Konzept geblieben. Es gibt einen Teil Comedy, einen Teil Kabarett und Musik. Insgesamt kommen wir also auf 60 Formationen, die das Publikum bis heute unterhalten haben.

Was ist Ihre Aufgabe?

Cuypers Ich übernehme die gesamte Organisation, kümmere mich um den Ablauf, die Zusammenstellung des Programms, die Moderation in Form eines Conférenciers, der mit den Künstlern zwischendurch kleine Interviews führt. Ab dem 9. Kleinkunstabend im Jahr 2004 ist auch der Kulturkreis Issum eingestiegen, der mich bis heute tatkräftig unterstützt. Wie lange ich das noch machen werde, weiß ich allerdings nicht.

Was waren Ihre persönlichen Glanzlichter beim Kleinkunstabend?

Cuypers Zweimal habe ich einen Coup gelandet. 2002 war Mario Barth bei uns. Der war damals noch eine kleine Nummer und hat mit mir am Abend nach seinem Auftritt,genauso wie jeder andere, an der Theke gestanden. Ein, zwei Jahre später hat er dann seinen Höhenflug erlebt. Ralf Schmitz hatte ich auch schon gebucht. Der ist allerdings wenige Wochen vor seinem Auftritt in Issum abgesprungen, wegen eines Fernsehauftritts.

Was hat sich im Laufe der 20 Jahre verändert?

Cuypers (lacht) Das Publikum, das ist mit mir älter geworden. Früher wurden noch die Tische weggeräumt und zu der Musik getanzt. Heute bleibt das Publikum sitzen. Was sich auf jeden Fall verändert hat sind die Begriffe Comedy und Kabarett. Früher gab es das Kabarett, so etwa die Münchener Lach- und Schießgesellschaft, die sich mit der Tagespolitik beschäftigte. Getrennt davon waren die "Clowns", die Comedians. Das lässt sich heute nicht mehr so scharf trennen.

Haben Sie noch Wünsche, wer beim Kleinkunstabend auftreten soll?

Cuypers Ja, Volker Pispers, der füllt ja die Straelener Stadthalle. Allerdings gibt es noch den finanziellen Aspekt. Wir nehmen 14 Euro Eintritt. Da kämen wir bei einem solchen Künstler nicht hin. Die Preise wollen wir aber nicht erhöhen. Ohne den Etat des Kulturkreises und der Gemeinde Issum geht es jetzt schon nicht.

Wie viel Arbeit steckt für Sie in einem Issumer Kleinkunstabend?

Cuypers Ich beginne bereits im Januar mit der Arbeit, da werden die Verträge für die Veranstaltung im Oktober geschlossen. Alle drei Künstler terminlich zu koordinieren, das ist wirklich eine logistische Herausforderung.

Wie kommen Sie an die Künstler?

Cuypers Bis 2008 bin ich auf allen Bühnen der Welt musikalisch unterwegs gewesen (lacht). Da haben sich immer Kontakte angebahnt. Inzwischen läuft viel über gegenseitige Empfehlung. Es kommen Kabarettisten aus der Stunk-Sitzung, zum Beispiel Wanninger und Rixmann, oder der Night-Wash-Szene zu uns.

Was ist das Besondere am Issumer Kleinkunstabend?

Cuypers Viele kennen die Künstler nicht, die auf den Plakaten angekündigt sind. Das Schöne ist also, das Publikum kommt nicht wegen eines bestimmten Künstlers, sondern weil es wirklich ein gutes Programm erwartet - und das in diesem Jahr zum 20. Mal.

DIE FRAGEN STELLTE BIANCA MOKWA.

Quelle: RP
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