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Geldern
Erinnerung an einen großen Historiker

Geldern: Erinnerung an einen großen Historiker
Mit den ersten Exemplaren von "Epitaph für Stefan Frankewitz" (v.l.): stellvertretender Bürgermeister Rolf Pennings, Reinald, Magdalena und Frederike Frankewitz, stellvertretende Landrätin Sigrid Eicker sowie Dr. Udo Oerding, Präsident des Vereins "Mespilus". FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. "Epitaph für Stefan Frankewitz" erschienen. 800-seitiges Gedenkbuch. Bei der Vorstellung im Bürgerforum Geldern würdigen Freunde und Weggefährten die Verdienste des früh verstorbenen ehemaligen Stadtarchivars. Von Michael Klatt

Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Werk von Gewicht: mehr als 800 Seiten dick, mit etwa 250 Bildern illustriert, von denen viele erstmals veröffentlicht sind. "Epitaph für Stefan Frankewitz" ist der Titel des voluminösen Bands, in dem 33 Autoren an das Leben und Wirken des im September 2013 mit nicht einmal 60 Jahren verstorbenen, ehemaligen Gelderner Stadtarchivars erinnern.

"Mespilus", die Gesellschaft zur Förderung des Stadtarchivs, hat es als Band 16 der Reihe Geldrisches Archiv herausgegeben. Zugleich erscheint es als Band 23 der Stiftung Geschichte des Raumes Peel-Maas-Niers.

Die Autoren und die fünf Mitglieder des Redaktionsteams stammen aus Deutschland und aus den Niederlanden: Freunde, Kollegen und Weggefährten von Dr. Frankewitz. Der sei grenzüberschreitend vernetzt gewesen mit einem interdisziplinären Ansatz seiner Forschungsarbeit, wie Prof. Dr. Leo Peters von der Niederrhein-Akademie schilderte. Frankewitz habe Begeisterung gehabt für die Geschichte und Kultur an Rhein und Maas, großen Forscherfleiß, seine Arbeit sei auf große Resonanz gestoßen. Sehr persönliche Worte fand Jos Schatorjé, der Vorsitzende der Stiftung Geschichte des Raumes Peel-Maas-Niers, der Frankewitz vor 25 Jahren kennenlernte. "Er hatte immer Humor, gute Laune, Energie, Sandalen, ein Fahrrad und niederländische Wörter." Frankewitz sei ein großartiger Historiker gewesen. Das Epitaph (griechisch für Grabinschrift, Gedenkschrift auf Stein) sei ein großes und wichtiges Buch. "Es gibt keinen besseren Weg, um einen Freund und Kollegen zu ehren."

Die Vorstellung des Buchs übernahm Dr. Wolfgang Löhr als Mitglied des Redaktionsteams. "Die Beiträge betreffen Bereiche, die auch Frankewitz beackert hat, und sie betreffen unsere Region", meinte er mit einem Blick auf die niederrheinischen Gebiete dies- und jenseits der Grenze. Wie breit gefächert das Wirken und Wissen von Frankewitz war, belegt die Liste mit den Themen, die in dem Epitaph vorkommen. Es sind unter anderem Adelsgeschichte, Bauforschung, Burgenkunde, Kunstgeschichte, Wirtschaftsgeschichte und Siedlungsgeschichte. "Dieses Kompendium tut noch lange seine Wirkung", zeigte sich Löhr überzeugt. Das Monument erinnere an einen der großen niederrheinischen Historiker. "Jeder, der aus diesem Buch zitiert, und ich hoffe, es werden viele sein, ruft auch Stefan Frankewitz in Erinnerung."

Bevor das erste Exemplar an Frankewitz' Witwe Magdalena überreicht wurde, würdigte auch stellvertretende Landrätin Sigrid Eicker den Wissenschaftler. "Ich habe ihn als freundlichen Menschen und kompetenten Fachmann kennengelernt." Von den bisherigen 15 Bänden des Geldrischen Archivs habe Frankewitz die meisten selbst verfasst oder an ihnen mitgewirkt. Er habe sich verdient gemacht, das Gedenkbuch spiegele seine Arbeit wider.

Gelderns stellvertretender Bürgermeister Rolf Pennings freute sich darüber, dass "Mespilus" das Bürgerforum für die Buchvorstellung ausgewählt hatte. Dort habe Frankewitz manche Frage von Politikern mit Bravour beantwortet und manchen Zuhörer mit profundem Fachwissen überzeugt. Er nahm abschließend Bezug auf einen der Appelle des Verstorbenen. Pennings ermunterte die Zuhörer, beim Zusammentragen der Geschichtszeugnisse nicht nachzulassen, deren Auswertung zu fördern und die Ergebnisse dieser Forschungen zu veröffentlichen.

Quelle: RP
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