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Geldern
Erstmals Strom an Zapfsäule

Flut der Elektro-Autos in Genf
Flut der Elektro-Autos in Genf FOTO: AP
Geldern. Geldern wagt einen Sprung in die Zukunft. Mit der ersten Elektro-Tankstelle im Kreis Kleve setzt die Herzogstadt Akzente für umweltbewusstes Handeln und neue Automobiltechniken. Von Bianca Mokwa

Mit der Eröffnung der ersten Elektro-Tankstelle ist Geldern anderen Kommunen einen Schritt voraus. "Im Kreis Kleve sind wir die ersten", sagt Heinz-Josef Freitag, Geschäftsführer der Stadtwerke Geldern. Die Neuheit steht bescheiden in silbergrau unter der Überdachung beim Markt-Parkhaus.

Strom getankt hat nach Aussage von Freitag dort bisher noch kein Fahrzeug. "Wir werden die ersten sein", vermutet er. Im Laufe des Monats April sollen die Stadtwerke ein eigenes Elektroauto bekommen, einen Fiat. Das Fahrzeug soll einem Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden, der im Stadtgebiet unter anderem Leitungen durchmisst. Damit erfüllt es genau den Zweck, wofür die elektronische Variante zu Otto- und Dieselmotor gedacht ist: Als Stadtfahrzeug.

Für den Zweitwagen

Angedacht ist das Konzept Elektroauto für den "klassischen Zweitwagen". Sprich, das Auto, das für Einkäufe und dem Hin- und Herfahren der Kinder benötigt wird. Die Reichweite für ein solches Fahrzeug schätzt Freitag auf 150 Kilometer. Das Volltanken an der Elektro-Säule dauert etwa eine Stunde. "Die Tanksäule soll auch nur eine Ergänzung zur hauseigenen Versorgung darstellen", erklärt Freitag. Die Kosten betragen für 100 Kilometer rund drei Euro, schätzt Freitag. Der Strom komme komplett aus erneuerbaren Energien.

Energielieferanten sind demnach Wind, Wasser und Sonne. Das muss auch so sein, "sonst stimmt die Ökobilanz nicht", erklärt Freitag. Wenn der Strom von Kraftwerken käme, die Braunkohle verbrennen, ist der Effekt des CO2-frei betriebenen Fahrzeugs gerade dahin. Bis Ende des Jahres stellen die Stadtwerke den Strom kostenlos zur Verfügung. Danach erfolgt die Abrechnung durch ein ausgeklügeltes System.

Geld braucht kein Elektro-Autobesitzer zum Tanken dabei zu haben. "Das funktioniert wie beim Handy-Vertrag", sagt Freitag. Der Nutzer der Tanksäule wird über das Kabel des Fahrzeugs identifiziert. Es ist dann völlig egal, welche Tankstelle angefahren wird. Das Geld wird später eingezogen. Das einzige, was der Fahrer unternehmen muss, ist, sich bei den Stadtwerken anzumelden und einen Vertrag abzuschließen. "Jetzt ist die Industrie gefordert, entsprechende Fahrzeuge zu produzieren, damit das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt", sagt Freitag. In 20 Jahren, ist er zuversichtlich, wird es schon wesentlich mehr Elektrofahrzeuge geben.

Flächendeckendes Netz

Den ersten Schritt hat Geldern getan. Um in Zukunft ein flächendeckendes Netz an Stromtankstellen zu bieten, haben die Stadtwerke ihre Säule in Betrieb genommen. Für alles weitere hat Geldern auch vorgesorgt. Rund um den Marktplatz gibt es reichlich Cafés und Restaurants, um sich in der einstündigen Aufladephase die Langeweile zu vertreiben.

Quelle: RP
 
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