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Wachtendonk
Fabelhafte Fabeltiere im Wasserwerk

Wachtendonk. Mit rund 50 Werken ist Imke Schlüter in der Kunststätte am Fliethweg vertreten. "Phantastisch" lautet der Titel der Wachtendonker Ausstellung. Die Bilder der Kunsttherapeutin aus Geldern sind bis zum 18. September zu sehen. Von Bianca Mokwa

Es könnte ein Fuchs sein. Oder ein Bär. Was es ist, ist zweitrangig, denn es ist ein Fabeltier, passend zur Ausstellung "Phantastisch". Den Namen hat ihr Künstlerin Imke Schlüter gegeben.

Sie hält ihr Lieblingsbild in den Händen und betrachtet es. Ob Fuchs oder Bär, "irgendwie macht es mich fröhlich, wenn ich es ansehe", sagt die 46-Jährige. Aus dem gelben VW-Bus werden weiß gerahmte Bilder in weißen Kartons in das Alte Wasserwerk getragen. Rund 50 Bilder hat die Künstlerin aus Geldern eingepackt. Bunt sind sie, fröhlich, und das sollen sie auch sein. "Spaß an Ausdruck, Farbe, mutig sein", beschreibt sie, was sie beim Anfertigen der Arbeiten bewegt hat. Alle Bilder sind im Laufe des Frühjahrs und Sommers entstanden. Imke Schlüter lässt den Blick über die Kartons schweifen. Ja, sie habe reich produziert. Die Ausstellung, die sei immer auch ein Abschluss eines kreativen Prozesses.

Obwohl, sie sei niemand, der sich gerne präsentiert, gibt sie zu und wirkt dabei beinahe schüchtern. Den Weg zur Kunst, den hat sie über einen Umweg genommen. Einen bewussten Umweg. "Ich wollte nicht unter Druck Kunst machen", sagt sie. Deswegen kam Künstlerin für sie als Beruf zunächst nicht in Frage. Sie wurde Erzieherin. Dann Heilpädagogin. Es folgte ein Studium an der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter. Imke Schlüter arbeitet als Kunsttherapeutin in Duisburg-Wedau, gleichzeitig hat sich die Geldernerin inzwischen auf den Weg gemacht, als freiberufliche Künstlerin zu arbeiten.

Die Lust am Malen und Zeichnen begleitet sie schon ein Leben lang. "Das hat schon als Kind angefangen. Da durfte ich im Keller an die Wand malen. Meine Mutter war da sehr offen und frei", sagt die Künstlerin. Vor der Zeit der Phantasietiere hat sie sich lange mit Porträts beschäftigt. "Die Expressionistin Paula Modersohn-Becker hat mich schon sehr inspiriert", zeichnet Imke Schlüter ihren Werdegang nach. In den Porträts auch den Charakter einfangen, das war ihr Ding. "Das hat mich eine ganze Zeit begleitet. Die Bilder hatten aber auch was Schweres." Dann war die Ausstellung von Paul McCartney in Siegen, die sie besuchte. "Diese Leichtigkeit, die hat mich beeindruckt", sagt Imke Schlüter. Ein Blick auf den roten Bären-Fuchs, der zufrieden unter einer Art Salatblatt zu liegen scheint und dem Betrachter ein Schmunzeln abringt, zeigt, der Weg ist beschritten. Ihr Material sind Acryl, Aquarell, Öl- und Pastellkreide, Wandfarbe und Knöpfe. Wer genau hinschaut, entdeckt in den bunten Bildern kyrillsche Schriftzeichen oder chinesische. Gemalt wurde auf Gebrauchsanleitungen.

"Meine Ausstellung im Alten Wasserwerk sollen alle diejenigen besuchen, die Lust haben an Kunst, vielleicht auch an so einer Leichtigkeit, die viele andere heutzutage nicht haben." Gerade auch Kinder könnten Spaß haben an den Phantasietieren. Und der Besucher solle Freude bekommen, selbst etwas zu machen, kreativ zu werden, wenn er das Wasserwerk wieder verlässt.

Quelle: RP
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