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Geldern
Fahrdienst bietet Taxi-Tarifen die Stirn

Geldern: Fahrdienst bietet Taxi-Tarifen die Stirn
Nach 70 Jahren hört der Betrieb auf, als klassisches Taxi-Unternehmen zu arbeiten. Chef Torsten Vogt spezialisiert sich unter anderem auf Krankenfahrten. FOTO: Markus van Offern
Geldern. Die Firma Vogt hat die Tätigkeit als klassisches Taxi-Unternehmen aufgegeben. Stattdessen gibt es eine Ausweitung des Angebotes mit zusätzlichen Krankenfahrten. Fünf Wagen sind umgebaut worden, und die Fahrer machen Schulungen. Von Christoph Kellerbach

Torsten Vogt, dem Leiter des "Fahrdienst Vogt - Medimobil", reicht es: "Kreise und Städte sind jeweils für die Taxi-Tarife verantwortlich. Das heißt leider auch, dass etwa in Wesel die Kilometerpauschale nachts 2,10 Euro beträgt, während sie hier nur 1,80 Euro ist. Das geht weiter mit der Grundpauschale, die in Wesel 3,60 Euro beträgt und bei uns hier ebenfalls 30 Cent niedriger ist." Durch andere Politiker und andere Sachbearbeiter kommt dieses Ungleichgewicht zu Stande, welches zusammen mit dem Fahrtenbedarf, "der sich in den letzten zehn Jahren stark gewandelt hat und bei dem nachts nun auch deutlich weniger zu tun ist, dazu geführt hat, dass wir nun unsere Taxi-Konzession nicht mehr erneuert haben", so Vogt.

Doch was bedeutet das nun für die Gäste? "Es hat sich eigentlich nichts geändert, außer, dass wir jetzt eben ein klassisches Mietwagengeschäft mit Fahrdiensten betreiben", erklärte Ludger Wolters, der stellvertretende Leiter des in Kevelaer und Geldern ansässigen Unternehmens. "Arztfahrten, Flughafenfahrten, Einkäufe, für all das kann man uns nach wie vor anrufen, aber wir haben das Angebot nun sehr stark auf zusätzliche Krankenfahrten erweitert."

Fünf Wagen sind deshalb umgebaut worden, um so auch als Rollstuhltransporte zu fungieren. "Und die Fahrer haben und machen noch weitere Schulungen, um noch besser auf ältere Menschen und Behinderte eingehen zu können", erläuterte Vogt. "Wir haben uns also weiter spezialisiert, wollen uns dadurch aber nicht komplett einschränken."

Ein wichtiger Punkt für den endgültigen Schritt, die Taxi-Lizenz abzugeben, war auch, dass Vogt nun nachts schließen und selbst die Fahrtenpreise bestimmten kann. "Diese pendeln sich etwa auf dem Niveau der Weseler Tarife ein", erklärte der Leiter des Unternehmens. "Dadurch können wir die adäquate Bezahlung unserer Leute besser garantieren. Da wir die Nachtfahrten gestrichen haben, hat sich unser Personal nun auf etwa 40 Menschen reduziert. Das fördert zusätzlich das Betriebsklima und lässt uns schneller auf mögliche Probleme reagieren."

Der Fahrdienst kann auch weiterhin in Geldern unter Telefon 2222 und in Kevelaer unter Telefon 2121 erreicht werden. Torsten Vogt freute sich, dass bei dem familiär geführten Betrieb "sich bereits jetzt schon der Wechsel bewährt hat". Er ist sicher, dass der seit über 80 Jahren existierende Generationsbetrieb so wahrscheinlich eine gute Zukunft vor sich hat.

Quelle: RP
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