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Issum
Familie vor dem Abschied aus Issum

Issum: Familie vor dem Abschied aus Issum
Sonila Hyskollari, Uwe Tebeck, Sarah Stein, Xhordi Hyskollari , Franzi Stein, Ylli Hyskollari, Gaby Tebeck, Rexhino Hyskollari, Mirela Hyskollari (v.l.n.r.) beim Abschiedsessen in Issum. FOTO: Sebastian Latzel
Issum. Xhordis Familie Hyskollari wird in Kürze in ihr Heimatland Albanien zurückkehren. Xhordi erhielt von den Behörden die Zusicherung, nach Deutschland zurückkehren zu dürfen. Abschiedsessen mit der Issumer Familie Tebeck. Von Sebastian Latzel

Familie Hyskollari hat zum Abschied gekocht. Damit will sie sich bei Familie Tebeck bedanken, die sich vor allem sehr für sie eingesetzt hat. Die Stimmung ist locker, es wird erzählt, gelacht. Dabei ist die Zukunft ungewiss. Fest steht nur, dass die albanische Familie in Kürze in ihr Heimatland zurückfliegen wird.

Doch wie es da weitergeht, ist offen. Xhordis Großeltern wollen die Familie vom Flughafen abholen. Bei den Verwandten wollen sie auch die erste Zeit wohnen. Es wird eng werden. Denn bereits jetzt leben dort sieben Personen in zwei Zimmern, jetzt kommt die Familie mit fünf Personen dazu. "Da ist kaum mehr Platz als hier", sagt Tochter Sonila und zeigt auf das Wohnzimmer der Tebecks.

Vater Ylli hofft darauf, dass die Familie schnell eine eigene Bleibe findet. Sonila will wieder zur Schule gehen, ihr ältester Bruder und der Vater wollen versuchen, Arbeit zu finden. Das wird nicht einfach werden, sagen sie. Auch Xhordis Zukunft ist teilweise offen. Zwar gibt es die Zusage, dass er nach Deutschland zurückkehren kann, aber noch fehlt das Visum. Bislang sind die Versuche gescheitert, einen Termin in der deutschen Botschaft in Tirana zu bekommen. Sicher ist nur, dass er nicht zehn Monate warten muss, bis er zurückkehren darf. Er hat eine Bescheinigung, dass er bereits nach 14 Tagen nach Deutschland kommen könnte. Doch dafür braucht er eben das Visum.

Xhordi bedankt sich noch einmal für die Unterstützung. Wie mehrfach berichtet, haben sich viele für ihn eingesetzt. Die Familie sollte abgeschoben werden, jetzt fliegt sie freiwillig nach Albanien. Xhordi freut sich darauf, nach Issum zurückzukehren. Dort wird er bei Familie Tebeck wohnen. Sie hat sich verpflichtet, den 17-Jährigen aufzunehmen. Denn Voraussetzung ist, dass dem Staat keine Kosten durch Xhordi entstehen. Auch die Karte für den Rückflug zahlt er selbst.

Von den zwei Jahren in Deutschland ist sein Vater enttäuscht. Er habe gehofft, hier arbeiten zu dürfen. Das ist allerdings untersagt worden.

Er würde auch keinem Bekannten in Albanien raten, nach Deutschland zu kommen. Eben weil sich die Hoffnung auf Arbeit hier nicht erfüllt. Immerhin bekam sein ältester Sohn hier die dringend benötigten Medikamente, die im Heimatland kaum erschwinglich sind. Wie er jetzt künftig daran kommt, ist offen. Xhordi will einen Teil seines Ausbildungslohns seiner Familie schicken. Schon 100 Euro wären eine große Hilfe angesichts der Tatsache, dass der übliche Monatslohn in Albanien gerade einmal 30 Euro beträgt.

Xhordi will jetzt erst einmal seine Ausbildung weiter absolvieren. Dreieinhalb Jahre dauert die. Auch weiter Fußball will er in Issum spielen, schließlich ist er hier Leistungsträger, betont sein Trainer Uwe Tebeck. Fußball ist die Leidenschaft von Xhordi. Und gleichzeitig der große Traum. "Profifußballer", antwortet der 17-Jährige auf die Frage nach seinem Lebenswunsch. Xhordi grinst dabei. Er weiß, dass das vermutlich ein Traum bleiben wird. Kein Traum ist der Abschluss als Metallbauer. Und damit hat er dann gute Chancen. In Deutschland oder in Albanien.

Quelle: RP
 
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