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Geldern
"Farbwechsel" soll helfen

Geldern: "Farbwechsel" soll helfen
Die Räume für das neue Kurzzeitwohnen werden gerade gebaut. Die frisch bemalte Bank soll Teil der Räume werden. FOTO: Armin Fischer
Geldern. In der St.-Bernardin-Wohnanlage in Kapellen wird kräftig gebaut. Ziel ist es, für junge Menschen mit Behinderung im Alter von fünf bis 26 Jahren ein neues Zuhause zu schaffen. Im Haus "Farbwechsel" wird Kurzzeitwohnen angeboten. Von Christoph Kellerbach

"Es gibt viele Kinder und junge Erwachsene mit Behinderung, für die die Eltern konsequent sorgen müssen. Deshalb gibt es Familien, die zehn Jahre lang keine Nacht durchgeschlafen haben. Wieder andere haben Probleme damit, dass Freunde und Angehörige sich nicht trauen, jemanden zu betreuen. Genau da kommen wir ins Spiel. Beim Kurzzeitwohnen im Haus 'Farbwechsel' können die Jugendlichen sowie Erwachsene mit Behinderung im Alter von fünf bis 26 Jahren eine schöne Zeit verbringen, während die Eltern neue Kraft tanken." Das erklärte Barbara Telgen, die Bereichsleiterin für Wohnen und Freizeit der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein, bei der Präsentation des gerade fertig werdenden Baus an der St.-Bernardin-Wohnanlage.

"Am 15. Juli soll hier alles fertig sein", meinte Telgen. "Wir werden im 'Farbwechsel'-Haus zwölf Einzelzimmer haben, die in zwei Gruppen aufgeteilt sind. Alle sind mit einem Bad ausgestattet, und es wird noch einen großen Gemeinschaftsraum geben." Inmitten der schönen Natur gelegen und angebunden an die weiteren Angebote von St. Bernardin, "wollen wir hier bewusst einen Urlaubs-Charakter etablieren", betonte Dominique Ronczka, die zukünftigte Leiterin des "Farbwechsels". "Schwimmbad, Kegelbahn, Streichelzoo und andere Sache, viel Platz zum Bolzen und Entspannen: Hier soll sich jeder wohlfühlen. 24 Stunden werden Fachkräfte vor Ort sein, und es wird eine Nachtwache geben."

Das Kurzzeitwohnen konnte nach langem hin und her endlich realisiert werden. Denn während in Westfalen rund 40 solcher Einrichtungen existieren, gab es bis dato keine einzige im restlichen Teil von NRW. "Familien mussten deshalb immer extrem weit fahren, um solche Maßnahmen nutzen zu können. Dass nun endlich hier so ein Haus entstehen wird, macht uns alle froh. Wir haben bereits über 30 Anmeldungen", so Ronczka.

Sie erwähnte zudem, "dass das Lernen bei uns nicht aufhört. denn die Schulen im Umfeld werden angefahren und wenn es zu weit sein sollte, werden die Förderpläne der jeweiligen Schulen bei uns vor Ort befolgt".

Eine weitere Erleichterung für die Eltern wird sein, dass sie nur die reine Verpflegung zahlen müssen, denn die Pflegekasse und der Landschaftsverband werden den Rest finanzieren. Mehr Informationen dazu gibt es unter www.farbwechsel.de. Damit derweil der "Farbwechsel" seinem Namen alle Ehre machte, hat bereits eine Gruppe von Jugendlichen, die zu Besuch in St. Bernardin waren, eine Regenbogen-Bank angefertigt, auf der Besucher verweilen können.

"Wir suchen noch Pflegefachkräfte für den Tag- und Nacht-Dienst. Diejenigen werden auch die Chance haben, die Angebote vor Ort mitzugestalten", verriet Dominique Ronczka. "Und wer sich anmelden möchte, kann mich gerne unter Telefon 02838 911975 kontaktieren. Das ganze Team freut sich schon darauf, wenn es losgeht."

Quelle: RP
 
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