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Geldern
Fenster-Fiasko an der Fleuth-Realschule

Geldern: Fenster-Fiasko an der Fleuth-Realschule
FOTO: van Offern Markus
Geldern. Nach dem Einbau neuer Elemente für 300.000 Euro schien das Lüftungsproblem gelöst. Allerdings hat die ausführende Firma die Griffe viel zu hoch angebracht. Die Stadt schaltet Anwalt ein. Von Lutz Küppers

Zugegeben: Wilfried Schönherr zählt mit einer Größe von 1,71 Metern nicht gerade zu den Hünen in Gelderns Pädagogenwelt. Doch größer als die meisten Fünftklässler ist der engagierte Leiter der Realschule an der Fleuth in Geldern allemal. Doch selbst für ihn als Erwachsener ist es fast unmöglich, viele der neu eingesetzen Fenster zu öffnen. Grund: Die Griffe sind einfach zu hoch angebracht.

Angesichts der nächsten Panne bei dem Versuch, für die entsprechende Belüftung durch Fenster zu sorgen, hat es auch Gelderns Bürgermeister die Sprache verschlagen. "Man könnte das für einen Schildbürgerstreich halten", erklärt Sven Kaiser kopfschüttelnd. Was er meint: Nachdem wegen der Einhaltung des Brandschutzplanes Belüftungselemente gegen luftundurchlässige Einsätze über den Klassentüren ausgetauscht wurden, heizte sich die beliebte Schule gerade bei Sonnenschein stark auf. Zweite Konsequenz: Wegen mangelnder Frischluft klagten viele Schüler über Konzentrationsprobleme.

An einigen Fenstern sind die zu hohen Griffe wieder abmontiert worden. Sie hätten sich wegen der Betonsäule sowieso nicht öffnen lassen. FOTO: Markus van Offern

Kaiser machte die Angelegenheit zur Chefsache, scheiterte aber erstmal daran, dass es auf dem Markt keine Firma gab, die kurzfristig so viele Fenster auf Lager hatte. So wurde der Einbau von den Sommer- auf die Herbstferien verschoben. Was den Unterricht teilweise sehr beeinträchtigt hat. Trotzdem ging es aber voran. Immerhin.

"Eigentlich sind wir sehr zufrieden mit der jetzigen Lösung - wenn denn die Fenster für alle zu öffnen wären", erklärt Wilfried Schönherr beim Termin vor Ort. Immerhin: Ein sehr großes Fenster pro Untergeschoss-Klasse, durch das sich die Schüler etwa im Brandfall ins Freie retten können, kann auch von kleineren Kindern problemlos geöffnet werden. Und Luft kommt an dieser Stelle der Klasse auch herein.

Das war es dann aber schon. Die meisten Fenster sitzen nämlich auf kleineren, nicht zu öffnenden Elementen (siehe Foto links). So sollte die Fensterbank als Abstellfläche genutzt werden können, ohne dass beim Öffnen der Fensterflügel irgendwo gegenschlägt. Was letztendlich wiederum die hohe Position der Griffe erklärt. Dass an einigen Fenstern die Griffe sogar komplett abmontiert wurden, sei nur am Rande erwähnt. Die Fenster hätten sich wegen der davor befindlichen Betonstützen sowieso nie richtig öffnen lassen. Egal, in welcher Höhe sich die Griffe befinden.

"In dem Gebäude war irgendwie von Anfang an der Wurm drin", weiß auch Agnes Paassen-Hoenzelaers. Die Beigeordnete und Chefin des Gelderner Gebäude-Managements hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Der soll Regress-Ansprüche der Stadt überprüfen. Gleichzeitig hofft sie auf eine einfache, technische Lösung. Wie eine tiefere Montage der Griffe beispielsweise.

Quelle: RP
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