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Wachtendonk
Feuer und Flamme am Gerätehaus in Wankum

Wachtendonk. Der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Wankum lud an Vatertag zum Aktionstag ein. Viele nutzten das Angebot für einen kleinen Zwischenstopp. Es wurde nicht nur gefeiert, sondern auch informiert. Von Bianca Mokwa

Der Löschzug Wankum der Freiwilligen Feuerwehr hatte an Christi Himmeltag einen besonderen "Zwölf-Stunden-Einsatz". Von 10 bis 22 Uhr war er an seinem Feuerwehrgerätehaus für seine Gäste da. Bereits im fünften Jahr wurde der freie Tag für einen Aktionstag genutzt. Löschzugführer Norbert Hommes wusste, dass viele Gäste zu erwarten waren. "Jedes Jahr kommen mehr Leute vorbei. Es hat sich herumgesprochen, dass man am Wankumer Gerätehaus gut einen Zwischenstopp einlegen kann. Bei vielen sind wir schon fest im Programm bei Vatertagstouren."

Aber auch der Nachwuchs kam nicht zu kurz. "Da muss er aber noch reinwachsen", sagt der Löschzugführer angesichts eines kleinen Jungen, der sich in Uniformjacke und mit Helm im Feuerwehrauto sitzend fotografieren ließ. Fest im Programm sind auch die Vorführungen, etwa die Fettexplosion. Dabei geht um Aufklärung. "Der typische Fall ist, dass Fett in der Pfanne zu heiß wird und brennt", erklärt Hommes die Ausgangssituation. Viele griffen automatisch zu Wasser. Mit verheerenden Folgen. In der heimischen Küche ist die Stichflamme die Folge, beim Versuchsaufbau der Feuerwehr auch. "Einmal den Feuerball sehen und die Hitze spüren, ist mehr wert als 20 Mal erzählen", sagt Hommes und erklärt, wie es richtig geht. "Bei brennendem Fett Deckel drauf, ist der zu klein, Backblech drauf und eine Stunde stehen lassen."

Eine Vorführung mit Knalleffekt ist die Explosion von Deo- oder Haarspraydosen. "Das zeigt, welchen Gefahren wir Feuerwehrmänner ausgesetzt sind", erklärt der Löschzugführer. Denn wenn es in einem Haus brennt und solche Spraydosen im Raum stehen, werden die zu gefährlichen Geschossen. Auch für diejenigen, die aktuell dem Unkraut mit einem Gasbrenner zu Leibe rücken, hat Hommes einen wichtigen Tipp, der zu beherzigen ist, damit die Hecke nicht in Flammen aufgeht. "Immer einen Eimer Wasser dabei stehen haben, und die Fläche im Auge behalten."

Aber nicht nur Hommes wusste viele nützliche Tipps für die Praxis. "Jeder steht fachkundig mit Rat zur Seite", sagt der Löschzugführer. Wenn es sein muss, auch mit Tat. Pressesprecher Paul Lingen kann sich an einen Vatertag erinnern, an dem sie zu einem Einsatz zur Autobahn gerufen wurden.

Seit fast vier Jahrzehnten ist der 57-Jährige bei der Wankumer Feuerwehr. "In den 40 Jahren hat sich das Bild der Feuerwehr massiv gewandelt", sagt er. 480 Stunden nehme mittlerweile die komplette Ausbildung in Anspruch. Nur einen Feuerwehrschlauch halten können, das reiche heute nicht mehr. "Die technischen Geräte werden immer umfangreicher." Wer einmal einen kleinen Eindruck gewinnen wollte, der konnte am Aktionstag versuchen, mit einem Spreizer eine Runde Türmchenbauen zu spielen. Der Spreizer kommt üblicherweise beim Aufbrechen von Türen zum Einsatz. Brände löschen mache heutzutage nicht mehr die Hauptsache aus, sagt Lingen. Vielmehr ist die Feuerwehr bei technischen Hilfeleistungen gefragt, zum Beispiel bei Unfällen.

Der Pressesprecher nutzt die Gelegenheit zu einem Aufruf für mehr Respekt. Gaffer seien ein echtes Problem für die Arbeit der Feuerwehr. "Die Leute halten fast an, um ein Foto vom Unfall zu machen oder ein Video, und provozieren so Auffahrunfälle", erzählt Lingen aus der Praxis. Und wer sich am Vatertag Zeit nahm, nicht nur um, wie Hommes betont, die weltbeste Currywurst von Feuerwehrfrau Ulla Saarbeck zu essen, sondern auch zuzuhören, der bekam schon ordentlich Respekt vor dem, was die Männer und Frauen da ehrenamtlich in Wankum stemmen.

Quelle: RP
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