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Geldern
Feuerwehren im Dauereinsatz

Geldern. Durch das Unwetter wurden Bäume entwurzelt und Keller liefen voll.

Mehr als 300 Einsätze zwischen Rees und Rheurdt musste die Feuerwehr in der Gewitternacht zu gestern fahren. Zu den der Leitstelle gemeldeten Aktionen kamen noch kleinere Hilfeleistungen. Der Schwerpunkt lag dabei nach Auskunft von Kreisbrandmeister Reiner Gilles im Raum Kevelaer/Weeze.

Die Feuerwehr Kevelaer hatte zwischen 21.45 und 1.30 Uhr insgesamt 93 Einsätze: 59 in Kevelaer, 23 in Winnekendonk, je vier in Twisteden und Kervenheim und drei in Wetten. Neben umgekippten Bäumen und vollgelaufenen Kellern wurden die fünf Löschzüge der Feuerwehr Kevelaer zu einem Pkw-Brand, einem Garagenbrand und einem Brandmeldealarm gerufen. "So einen Hagelschlag habe ich seit Jahren nicht erlebt", berichtete Gilles von seiner Fahrt zwischen Kevelaer und Weeze. In beiden Kommunen habe es Stromausfälle gegeben, zum Teil auch Mobilfunk-Aussetzer.

In Geldern lief Wasser in mehrere Keller. Die Bundesstraße 221 in Broekhuysen war überspült und musste zeitweise gesperrt werden. In Goch schlug gestern gegen 5.40 Uhr der Blitz in das Dach eines Wohnhauses an der Georgiusstraße ein. Die Feuerwehr Goch rückte aus, deckte das Dach teilweise ab und löschte einige Glutnester in der Isolierung. Im Hausinneren wurde die Hauselektrik leicht beschädigt.

Uedemerbruch verwandelte sich erneut, wie beim Unwetter vor rund zwei Wochen, in eine Wasserlandschaft. Auf der Autobahn 57 bei Goch stürzten Bäume auf die Fahrbahn. "Glücklicherweise kam kein Mensch zu Schaden", stellte der Kreisbrandmeister nach der Unwetternacht erleichtert fest.

In Teilen von Dornick und Praest nahe Emmerich sind mehrere Bäume umgeworfen worden.

Der Niersverband spricht die Empfehlung aus, die Niers in den nächsten Tagen nicht mit Kanus oder anderen Booten zu befahren. Dies gilt insbesondere ab dem Mittellauf der Niers, unterhalb von Wachtendonk. Durch die erheblichen Niederschläge führt die Niers momentan Hochwasser, was an einigen Brücken zu einem Problem beim Unterqueren führen könne, so der Verband. Mehrere Bäume sind in den Fluss gestürzt und müssen noch aus der Niers entfernt werden.

Durch abgebrochene Äste, umgestürzte Bäume sowie Blitzeinschläge in Freileitungen kam es in Bereichen von Rees, Hamminkeln, Isselburg, Goch, Uedem, Kevelaer, Kalkar und Weeze zu Unterbrechungen in der Stromversorgung. Seit gestern sind 40 Mitarbeiter der Westnetz GmbH im Einsatz, um Reparaturen zu erledigen und eingerichtete Provisorien wieder zurückzubauen. Diese Arbeiten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Es kann zu kurzzeitigen Versorgungsunterbrechungen kommen.

(kla/cat)
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