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Geldern
Fleuth-Schule: Andrang sorgt für weitere Probleme

Geldern. Einerseits werden an der Realschule an der Fleuth 14 Sechstklässler in diesem Jahr nicht versetzt. Gleichzeitig hat die Schule auch noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen: einem gewaltigen Andrang von Siebtklässlern von auswärts, die irgendwie untergebracht werden müssen.

Für alle, die zur Realschule wechseln wollen, gibt es in der Region nämlich nicht viel Auswahl. "Es ist Wahnsinn, was momentan an Wanderungsbewegungen zu sehen ist", sagt Schulleiter Wilfried Schönherr. "Das ist ein großes Problem, das übergeordnet zu betrachten ist."

Es sind so viele Neuankömmlinge, dass die Realschule in der kommenden Jahrgangsstufe 7 eine zusätzliche Klasse bilden muss. Zwar schrumpft dieser Jahrgang nun erst mal durch die 14 Sechstklässler, die die Klasse wiederholen. Von bislang 91 Kindern, verteilt auf drei Klassen, bleiben dadurch nur noch 77 übrig. Aber zu denen kommen nun 16 Kinder, die von vier umliegenden Gymnasien an die Realschule wechseln: fünf vom Friedrich-Spee-, sechs von Lise-Meitner-, eins vom Kevelaerer Kardinal-von-Galen-Gymnasium und vier vom Gymnasium in Straelen.

Hinzu kommen sechs Fleuth-Realschüler, die die siebte Klasse wiederholen. Und man rechnet mit sechs bis zehn Kindern aus Kevelaer; die dortige Realschule läuft aus. Einzelne kommen von weiteren Schulen oder sind zugezogen. Schönherr denkt derzeit, dass seine Jahrgangsstufe 7 im kommenden Schuljahr 112 Kinder fassen wird - vier Klassen à 28 Schüler.

Die Realschule stellt das vor Herausforderungen. Um eine neue Klasse aufzumachen, müssen Kinder aus den drei bestehenden Klassenverbänden raus. Zwölf Kinder bilden nun den Grundstock. Dann müssten die Neuankömmlinge nicht nur im Unterricht, sondern auch sozial aufgefangen werden. "Auch die Gymnasiasten, die zu uns kommen, sind nicht die einfachsten Schüler", deutet Schönherr an. Sie haben viel Frust und Misserfolg erlebt und müssten erst einmal seelisch aufgebaut werden.

Notwendig sei ein "Umdenken in der Elternschaft", um Kindern das zu ersparen, sagt Schönherr. Familien sollten sich klarmachen, dass die Sekundarschule den gleichen Abschluss biete wie die Realschule und zugleich mehr Fördermöglichkeiten habe. "Ich wünschte einfach, dass die Eltern ihre Schulwahl besser überdenken", so Schönherr.

(szf)
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