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Issum
Flüchtlinge: Auch Issum sucht Quartiere

Issum: Flüchtlinge: Auch Issum sucht Quartiere
Arben Berisha mit seinen Kindern Debora und Lirona beim Blumengießen. Im Hintergrund steht Bettina Niederholz von der Gemeinde. Arben Berisha pflegt regelmäßig den Vorgarten, obwohl er mit seiner Familie bereits in eine größere Wohnung umgezogen ist. FOTO: gerhard seybert
Issum. Derzeit leben 115 Asylbewerber in der Gemeinde. Die Tendenz ist weiterhin steigend. Die Verantwortlichen in der Verwaltung haben auch sehr positive Erfahrungen gemacht. Weiterhin werden noch mehrere Wohnungen gesucht. Von Stefan Kriegel

Täglich ist von dem nicht abebbenden Flüchtlingsstrom in Richtung Mitteleuropa die Rede. Häufig stehen dabei die Großstädte in Deutschland im medialen Mittelpunkt. Doch wie geht eine relativ kleine Gemeinde wie Issum mit dieser Aufgabe um?

Susanne Hachstein ist Ordnungsamtsleiterin in der Gemeindeverwaltung und somit unter anderem auch für das Unterbringen der Flüchtlinge in der Gemeinde verantwortlich. Sie und ihre Mitarbeiterin Kerstin Theysen schilderten die aktuelle Situation. Nach Angeben der beiden Verwaltungsmitarbeiterinnen leben derzeit 115 Flüchtlinge in Issum. "Pro Woche werden uns drei bis vier neue Personen zugewiesen", erklärt die Amtsleiterin, Tendenz steigend. Doch dieser Zahl sei nicht verbindlich. Es könnten auch schon mal sechs Personen in einer Woche sein. So gebe es für die Verantwortlichen vor Ort keine Planungssicherheit.

Diese Unsicherheit gebe es beispielsweise auch bei der Familienzugehörigkeit der Ankömmlinge. "Wir haben mal eine schriftliche Benachrichtigung mit drei unterschiedlichen Namen bekommen. Später stellte sich heraus, dass es sich um ein Ehepaar mit einem Kind aus erster Ehe eines Partners handelte", berichtet Susanne Hackstein. Wichtig seien diese Informationen für die Issumer, weil sie sehr bemüht sind, komplette Familien in angemietete Wohnungen unterzubringen. Einzelpersonen könnten besser in den großen Unterkünften untergebracht werden, sind die Verantwortlichen überzeugt.

Damit sind sie auch gleich bei konkreten Zahlen. In einem Haus an der Lindenau in Issum leben derzeit 54 Asylbewerber. Dort ist auch ein Neubau geplant. Hinzu kommen 29 in einem weiteren Gebäude der Gemeinde. "Alle weiteren Flüchtlinge haben wir in verschiedene Wohnungen in Issum und Sevelen untergebracht, die von uns angemietet wurden", zählt die Ordnungsamtsleiterin auf. Erst kürzlich seien zwei Mietverträge für fünf Privatwohnungen abgeschlossen worden. Trotzdem sucht die Gemeinde Issum auch weiterhin Wohnungen. Interessenten können sich an Tina Niederholz im Rathaus, Telefon 02835 1017, wenden. "Doch der Vermieter sollte sich schon weiterhin um sein Objekt beziehungsweise die neuen Bewohner kümmern", wiederlegt Susanne Hackstein die Auffassung: Einfach an die Gemeinde vermieten und dann alle Sorgen los sein.

Es gebe zwar Mitarbeiter der Verwaltung, die rund um die Uhr bei Flüchtlings-Problemen zur Verfügung stehen. Doch Vermieter, aber beispielsweise auch Nachbarn seien schon aufgefordert, sich um die Integration der möglichen neuen Mitbürger zu kümmern.

"Viele von ihnen, vor allem Kriegsflüchtlinge aus Syrien, sind sehr gebildet und möchten gerne so schnell wie möglich in der neuen Gemeinschaft aufgenommen werden", meint Kerstin Theysen.

Ein Vermieter habe berichtet, dass seine Wohnung noch nie so aufgeräumt gewirkt habe, seitdem Flüchtlinge dort wohnen.

Susanne Hackstein nennt noch ein Beispiel: "Regelmäßig pflegte ein Mann intensiv den Vorgarten. Das tut er jetzt auch immer noch, obwohl er mit seiner Familie bereits in eine größere Wohnung umgezogen ist. So lange, bis es dort neue Bewohner gibt."

Quelle: RP
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