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Geldern
Flüchtlinge: Raus aus dem "Krisenmodus"

Geldern. Vorurteile und Herausforderungen: Das Liebfrauenberufskolleg lud zur Podiumsdiskussion.

Die Flüchtlingssituation stand im Zentrum der 17. Podiumsdiskussion "Schüler diskutieren mit Experten" in der Aula der Liebfrauenschule. Unter dem Titel "Herzlich willkommen! - reicht das?" stellte sich unter anderem Ansgar Heveling, Vorsitzender des Innenausschusses des Bundestages, den Fragen der Schüler.

Ebenfalls auf dem Podium: Andreas Wohland vom Städte- und Gemeindebund NRW, die Geschäftsführerin des Flüchtlingsrates Birgit Naujoks, die Dortmunder Sozialdezernentin Birgit Zoerner, der Geschäftsführer des Duisburger Bildungszentrums Handwerk Dr. Frank Bruxmeier und die Projektleiterin der islamischen Wohlfahrtspflege Ihlam El-Morabiti.

In grundsätzlichen Punkten war man einer Meinung: Es sei notwendig, vom "Arbeiten im Krisenmodus", wie Zoerner es formulierte, zu geordneten Strukturen zu kommen. Die beiden Moderatoren waren Michelle Kurlbaum und Kevin Göhring, Schüler der 12. Klasse des Berufskollegs.

El-Morabiti sprach von einer besonderen Verantwortung der islamischen Gemeinden in Deutschland. "Nur gemeinsam können wir das schaffen." Die Städte und Gemeinden müssten finanziell unterstützt werden, betonten Wohland und Zoerner, sonst drohe eine Spaltung der Gesellschaft.

Insbesondere Wohland warnte davor, das ehrenamtliche Engagement vieler Freiwilliger dürfe nicht durch schlechte Organisation demotiviert werden. Er sagte: "Hilfsbereitschaft braucht Strukturen."

Alle Podiumsteilnehmer stellten große Hilfsbereitschaft in der deutschen Bevölkerung fest. Die Moderatoren stellten dieser positiven Einschätzung aber Bilder von fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Dortmund sowie gängige Vorurteile gegen Flüchtlinge entgegen. Damit war eine engagierte Diskussion eingeleitet. Mit einem harten Kern unbelehrbarer Rechtsradikaler in der BRD müsse man sich wohl abfinden, meinte Bruxmeier. Wichtig sei es, die Menschen aus der Mitte der Gesellschaft durch Aufklärung gegen Propaganda zu immunisieren. Naujoks betonte: "Ich kann jedes dieser Vorurteile durch Fakten entkräften."

Quelle: RP
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