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Geldern
Förderverein: Preis für U-Boot-Bauer

Geldern: Förderverein: Preis für U-Boot-Bauer
Landrat Wolfgang Spreen (links), Präsidentin Dr. Heide Naderer (Mitte) und der ausgezeichnete Prof. William Megill (rechts) am U-Boot. FOTO: Kreis-WfG
Geldern. Prof. Dr. William Megill bekommt in diesem Jahr den mit 2000 Euro dotierten Social Award des Fördervereins Campus Cleve. Der Ingenieur und Biologe kümmert sich um das "Ankommen" der Studenten an ihrer Hochschule. Von Matthias Grass

William Megill hat klar definierte Ziele für die Studenten, die sich an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) einschreiben: Sie sollen stolz auf ihre Hochschule sein, auf ihren Campus, sie sollen sich als Gemeinschaft verstehen, als Team über die Grenzen der Fakultäten hinweg, über die Grenzen der Sprachen und Religionen. Und: "Sie sollen Spaß haben. Spaß am Campus und Spaß am Studium", erklärte der Professor für Bionik mit dem Schwerpunkt Sensorik und Robotik.

Fürs Studium hat er ein weiteres Ziel definiert: "Wenn mich Eltern am Tag der offenen Tür fragen, was sie mit ihren Kindern machen sollen, sage ich Ihnen: Sie geben sie jetzt hier ab, und wir kümmern uns um sie", sagt er. Kümmern, dass sie motiviert durchs Studium kommen. Der Applaus war ihm sicher, als er vom Vorsitzenden Peter Wack den mit 2000 Euro dotierten "Social Award 2017" des Fördervereins Campus Cleve auf der Jahreshauptversammlung im Hörsaal 2 bekam.

Den Social Award bekommt Megill für seinen Einsatz, das Gemeinschaftsgefühl und den Stolz der Studenten auf ihren Campus zu fördern - und das beginnt mit den "Freshtivals", den Aufnahmefeiern für die Erstsemester: Da werden beim "Coming Home" fünfköpfige Teams gebildet, die einen Staffelstab per Kanu, Fahrrad und Skateboard ins Ziel bringen müssen. Ähnlich wie das Schwanenritter-Race, bei dem sich Studententeams und solche aus der Stadt miteinander messen. In Kleve ist das Rennen über den Kanal schon Tradition.

"Es ist nicht so, dass ich diese Spiele erfunden habe, ich kenne sie von kanadischen Universitäten. Die haben mir aber erlaubt, sie zu übernehmen", sagt er.

Es sei wissenschaftlich belegt, dass solche Veranstaltungen nicht nur den Teamgeist, sondern auch den Spaß am Studium fördern. Später ging's in das Labor des Professors, wo der Rohbau des nächsten, von Menschen angetriebenen und der Natur abgeguckten U-Bootes auf Böcken stand und entwickelt wurde, wo der Gitterrohrrahmen des HSRW-Formel-E-Rennwagens auf dessen Fertigstellung wartete. Wichtig sei ihm, sagte Megill, dass Studenten auch praktisch mit Material umgehen; dass sie wissen, wie Metall bei der Bearbeitung durch Fräsen und Drehen reagiert, wie Kunststoff verarbeitet werden kann.

Studentin Tina Hafner stellte die Arbeit für den Winterball vor, an dem fast 1600 Studenten aus beiden Standorten teilnehmen. Das Unterfangen in einem Umfang von rund 70.000 Euro ist nur durch zusätzliche Förderung möglich, um es mit Buffet, Band und Shuttle vom Wunderland zu den Standorten organisieren zu können. Eine Veranstaltung mit "Gänsehauteffekt", lobte Hochschulpräsidentin Dr. Heide Naderer.

Sie hatte zuvor die Arbeit am Hochschulentwicklungsplan vorgestellt, die von den Hauptanliegen "Internationalität" und "Nachhaltigkeit" gefasst wird - und in dem auch die sozialen Aktionen Megills eine wichtige Position haben sollen.

Campus-Vorsitzender Wack blickte auf die Aktionen 2016: Neben U-Booten und Winterball unterstützte man die Finanzierung eines Pkw, um beide Standorte zu verbinden, vergab neun Deutschland-Stipendien, war bei der Finanzierung des Stipendien-Diners dabei, unterstützte den Bau der Sitzskulptur durch Künstlerin Nicole Peters, stellte einen 17-Meter-Baum zu Weihnachten auf, organisierte das Weckmann-Essen und half bei Notlagen von Studenten.

Um das stemmen zu können, ist man vor allem auch für die jährliche Unterstützung von 50.000 Euro des Campus durch den Kreis Kleve dankbar, der von Landrat Wolfgang Spreen vertreten wurde. Wack stellte die Mitgliederzahlen des Vereins vor, die, seit Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers Geschäftsführer ist, um mehr als das Doppelte gestiegen sind: Derzeit auf 273, davon 141 Firmen. Aber auch Einzelpersonen, wie Kleves Ex-Bürgermeister Theo Brauer, der bei der Verleihung des Social Award sozusagen die Stadt Kleve vertrat, können Mitglieder werden: Info: www.campus-cleve.eu, Telefon 0 28 21 72810.

Quelle: RP
 
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