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Geldern
Frauen echte Wahlfreiheit bieten

Geldern: Frauen echte Wahlfreiheit bieten
Hochschul-Vizepräsidentin Anja Freifrau von Richthofen (l.) begrüßte auf dem Campus Kleve NRW-Ministerin Silvia Löhrmann (Grüne). FOTO: Gottfried Evers
Geldern. NRW-Schulministerin Silvia Löhrmann eröffnete die Mittwochsakademie der Hochschule Rhein-Waal im Audimax auf dem Campus Kleve. Von Matthias Grass

Kleve An Max' Schultasche hängt Batman, an der von Paula baumelt ein Einhorn: Wenn die Kinder in die Schule kommen, sind die Geschlechterrollen oft vergeben. "Wir wollen hier aber keine Schuldzuweisungen geben an Elternhaus oder Kindergärten. Sondern wir wollen schauen, wo man bewusst oder unbewusst diese Dinge so einspielt, Dinge, die teilweise auch historisch gewachsen sind", sagt Silvia Löhrmann im Audimax der Hochschule vor einem kleinen, aber konzentrierten Publikum. Die Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen eröffnete die "Mittwochsakademie" der Hochschule Rhein-Waal, die in diesem Jahr für jedermann Vorträge zum Thema "Geschlechter sind auch Menschen. Neue Beiträge aus der Gleichstellungspolitik und Genderforschung" bietet.

Löhrmann kam als Fachfrau, nicht als Festrednerin. Als Fachfrau für Schule, die, so die Ministerin, schon vom Gesetz her alle gleich behandeln muss. Und doch schon in nicht geringen Teilen festgelegte Rollen vorfindet: In den Pausen spielt Max in der Regel Fußball, Paula sitzt und albert. "Viele dieser Klischees treffen leider immer noch zu", erklärt Löhrmann. Und führen dann auch zu Wahlverhalten: Während Max Physik und Mathe wählt, bevorzugt Paula Pädagogik und Biologie. Selbst, wenn sie gerne Physik nehmen würde, aber das Gros ihrer Freundinnen eben die Mädchen-typischen Fächer wählt. "Das hat dann auch mit der Gruppe zu tun, zu der die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehören", sagt Löhrmann.

Eklatant sei es dann mit der Berufswahl. "Hier müssen wir Vorsorge tragen", mahnte Löhrmann, damit nicht weiter Mädchen von Model und Modezeichnerin träumen. Noch eklatanter werden die Nachteile für junge Frauen, wenn sie sich für die Familie entscheiden. Löhrmann: "Das Wort Rabenmutter gibt es nur im Deutschen." Auch wenn Mädchen in der Schule inzwischen viel besser geworden sind: "Sie nehmen diesen Schulvorteil nicht mit in die Arbeitswelt", sagt Löhrmann. Ihr Fazit: "Wir müssen dies bewusst machen. Wir müssen die Aufgabenspaltung reduzieren und eine echte Wahlfreiheit schaffen."

Quelle: RP
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