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Geldern
Frauenberatung in Geldern befasst sich mehr mit "Flüchtlings-Fragen"

Geldern: Frauenberatung in Geldern befasst sich mehr mit "Flüchtlings-Fragen"
Sonja Liptow und Maria Peeters vor der Impuls-Anlaufstelle in Geldern. FOTO: hvs/Stadt Geldern
Geldern. In Geldern wachsen zusehends Vernetzungen zwischen Frauen aus Deutschland und aus anderen Ländern, nicht zuletzt Frauen mit Fluchtgeschichte. Das berichten die Stadt Geldern und die Frauenberatungsstelle Impuls.

So habe das jüngste "Internationale Frauenfest" besonders viele Teilnehmerinnen unterschiedlichster Herkunft zusammengebracht, sagt die städtische Gleichstellungsbeauftragte Sonja Liptow.

In der Frauenberatungsstelle Impuls erkennt man ebenfalls Veränderungen, die sich dadurch ergeben, dass es mehr Frauen mit Fluchtgeschichte in Geldern und Umgebung gibt.

Zum einen ändern sich die Problemstellungen, die auf den Tisch kommen. "Es sind in der Regel sehr existenzielle Themen", sagt Maria Peeters, die für die Beratung in der Impuls-Außenstelle in Geldern zuständig ist. Es geht um Aufenthaltsrechte, Bleibeperspektiven, um Chancen zur Integration, Arbeit, um auseinandergerissene Familien, Sorge um Verwandte.

Eine wachsende Rolle spielen auch unterschiedliche Werte in der deutschen und der Herkunftsgesellschaft, Geschlechterrollen und Frauenbild. "Die Frauen haben hier plötzlich Rechte, die sie bei sich zu Hause nicht hatten", sagt Peeters. Ob sie die Chance sehen, diese Rechte in ihrer speziellen Lage durchzusetzen, sei aber eine andere Frage.

Über all dem schwebt zudem die Fluchtgeschichte: "Die Frauen sind häufig traumatisiert durch das, was sie erlebt haben", so Peeters weiter. "Die haben of existenziell bedrohliche Dinge erlebt, sexualisierte Gewalt erlebt. Es ist wichtig, dass wir trauma-sensibel damit umgehen." Und das vor dem Hintergrund von Verständigungsproblemen: "Wir brauchen jetzt Dolmetscher in Sprachen, mit denen wir bisher nichts zu tun hatten."

Die Frauenberatungsstelle Impuls ist für den ganzen Kreis Kleve zuständig. Im Jahr 2015 betreute Impuls im gesamten Einsatzbereich 21 Frauen mit "reinen Flüchtlingsthemen", 2016 waren es genau doppelt so viele, nämlich 42.

Eine Entwicklung, die sich überall gleichmäßig zeigt, ist, dass mehr Fälle häusliche Gewalt von Männern gegen Frauen auffallen. "Dieser Trend geht ungebrochen weiter, auch hier in Geldern", so Peeters. "Die Polizei fährt mehr Einsätze, und die kommen hier bei uns an."

(szf)
 
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