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Geldern
Früherkennung kann Leben retten

Geldern. Die Gastroenterologen Dr. Hans Olejnik und Dr. Karsten Gadow sitzen für die Leser der RP am Telefon und beantworten Fragen rund um das Thema Darmkrebs und Vorsorge. Sie warten morgen zwischen 16.30 und 17.30 Uhr auf Ihre Anrufe. Von Saskia Nothofer

Darmkrebs zählt in Deutschland nach Lungen- und Brustkrebs zu den häufigsten Todesursachen durch Krebs. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) erkrankten im Jahr 2012 mehr als 62.000 Menschen an Darmkrebs, fast 26.000 sind daran gestorben. Zwar ist die Zahl hoch, insgesamt ist die Anzahl der Todesfälle durch Darmkrebs jedoch rückläufig. Wird er nämlich rechtzeitig erkannt, ist er fast immer heilbar. Daher kommt der Früherkennung ein extrem hoher Stellenwert zu.

Auch die Rheinische Post beteiligt sich im Rahmen einer Telefonaktion mit den beiden Gocher Gastroenterologen Dr. Hans Olejnik und Dr. Karsten Gadow an den Vorsorgetagen, die unter dem Motto "Darmkrebs? - Ich bin dabei!" stehen. Am Donnerstag, 10. März, werden die zwei Mediziner den RP-Lesern für Fragen zu dem Thema zur Verfügung stehen.

Um der heimtückischen Krankheit, die im Anfangsstadium meist unerkannt bleibt, vorzubeugen, gibt es in Deutschland seit 2002 ein sehr umfangreiches Vorsorgeprogramm. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten ab dem 50. Lebensjahr jährlich einen Stuhlbluttest und ab dem 55. Lebensjahr eine Darmspiegelung (Koloskopie) an, die nach zehn Jahren einmal wiederholt werden kann, wenn die Erstuntersuchung unauffällig war.

Bei einer Darmspiegelung kann der Darmkrebs frühzeitig erkannt werden. Gleichzeitig können gutartige Polypen, die sich potenziell zu bösartigen Tumoren entwickeln könnten, entfernt werden. Haben Personen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko, etwa durch erbliche Vorbelastung, sind individuelle Vorsorgemaßnahmen nötig. So sollen etwa Verwandte ersten Grades von Darmkrebspatienten spätestens im Alter von 45 Jahren die Möglichkeit einer Darmspiegelung bekommen, fordern Experten.

Gefährlich ist der präventive Eingriff nicht. Wird die Darmspiegelung von gut ausgebildeten Experten (Gastroenterologen/Magen-Darm Arzt) durchgeführt, ist sie sogar sehr risikoarm. Nach Angaben der Robert-Burda-Stiftung (RBS) verläuft die Koloskopie bei durchschnittlich 369.000 der rund 370.000 jährlich vorgenommenen Vorsorgeuntersuchungen von Menschen im Alter über 55 Jahren ohne jegliche Komplikationen. Kommt es doch einmal zu Komplikationen, handelt es sich mehrheitlich lediglich um Blutungen nach der Entfernung von Polypen oder um eine Beeinträchtigung des Kreislaufs durch die Kurzschlafspritze.

Beim Stuhlbluttest, der ab dem 50. Lebensjahr ein Mal pro Jahr durchgeführt werden kann, können extrem geringe, für das Auge nicht sichtbare Spuren von Blut nachgewiesen werden. Diese können Hinweise auf mögliche Tumoren geben. Mit Hilfe des Stuhlbluttests können laut RBS rund 25 bis 30 Prozent der Darmpolypen und frühen Darmkrebsstadien gefunden werden. Hat ein solcher Test einmal ein positives Ergebnis gebracht, sollte zur genauen Abklärung der Ursachen in jedem Fall eine Darmspiegelung durchgeführt werden.

Wird der Darmkrebs frühzeitig erkannt, liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent. Zudem bietet die Vorsorgedarmspiegelung die Chance, gutartige Vorstufen zu erkennen und zu entfernen und so das Entstehen von Darmkrebs zu verhindern. Für 2016 prognostiziert das RKI rund 61.000 Neuerkrankungen.

Quelle: RP
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