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Straelen
Frühjahrskirmes: Stadt zieht sich zurück

Straelen: Frühjahrskirmes: Stadt zieht sich zurück
Ein Blick zurück in das Jahr 1985. Damals fand die Frühjahrskirmes noch auf dem Marktplatz statt. Später zog sie dann zum Ostwall um. FOTO: Stadtarchiv
Straelen. Straelen verzichtet ab sofort auf die Ausrichtung dieser Veranstaltung. Geringe Beteiligung an der Online-Umfrage und kaum Wunsch nach einer Fortsetzung aus der Bevölkerung. Doch private Veranstalter können sich melden. Von Michael Klatt

Die Stadt Straelen wird die Frühjahrskirmes ab sofort nicht mehr ausrichten. Das hat der Ausschuss für Bürgerdienste dem Rat empfohlen. Allerdings soll es privaten Initiativen möglich sein, diese Veranstaltung auf privaten Grundstücken durchzuführen. Die Verwaltung würde dann im Falle eines Falles hilfreich zur Seite stehen.

Kritik vom Werbering "Aus Straelen" hatte schließlich zur Diskussion um diese Kirmes geführt. "Aus Straelen" hatte gefordert, die Kirmes sofort ersatzlos zu streichen. Der Krefelder Schaustellerverband hatte Interesse signalisiert, diese Veranstaltung weiterhin durchzuführen. In seiner September-Sitzung hatte der Ausschuss für Bürgerdienste beschlossen, eine Online-Befragung an den Schulen durchzuführen, um vor einer Entscheidung das Meinungsbild der Bevölkerung einzuholen.

Die Resonanz auf diese Umfrage bezeichnete Rolf Stöcker, Ordnungsamtsleiter und Produktverantwortlicher im Rathaus, als enttäuschend und schwach. 1000 Stimmen wollte man zusammenbekommen, jeweils 350 aus dem Gymnasium und der Sekundarschule sowie 300 aus der Grundschule. Doch selbst nach der Verlängerung des Umfragezeitraums kamen insgesamt nur 109 Stimmen zusammen. Das Interesse an der Kirmes lag laut Stöcker bei unter elf Prozent. "Das ist eine erste Stimmungslage."

Von den Antwortenden gaben 60 an, die Frühjahrskirmes schon mal besucht zu haben. Zwölf Prozent davon finden sie gut, 32 Prozent vergeben die Note "befriedigend" und 56 Prozent bewerten sie als schlecht. 40 Prozent sprechen sich für eine Fortführung aus, 31 Prozent ist es egal, 27 Prozent sind gegen eine Fortführung.

Von den Nicht-Besuchern der Kirmes finden sie 23 Prozent gut, 77 Prozent schlecht. Von diesen 77 Prozent beurteilen 60 Prozent die Kirmes als "ungenügend". Stöcker: "Da ist der Ruf ruiniert." Mehr als 60 Prozent sind für eine Streichung der Veranstaltung, 35 Prozent ist es egal.

In absoluten Zahlen äußerten laut Stöcker 21 Personen Interesse an einer Frühjahrskirmes auch in der Zukunft. Dann sollten aber größere Fahrgeschäfte wie zum Beispiel eine Achterbahn dabei sein. Was zu Raumproblemen führt. Der Marktplatz ist laut Ratsbeschluss der Herbstkirmes vorbehalten. Und die Alternative Klosterplatz/Klosterstraße? Stöcker: "Der Gegenwind aus der Geschäftswelt ist bekannt."

Der Ordnungsamtsleiter regte an, Vorschläge der Schausteller einzuholen. Sollte das Konzept gut sein, sehe die Stadt kein Problem darin, die Veranstaltung an Private zu vergeben und bei der Klärung von Fragen im Vorfeld zu helfen.

Renate Kuckla (SPD) fragte, ob es denn keinen freien Platz in Stadtnähe gebe oder der "Gemüseplatz" in Frage komme. Dezernent Christian Hinkelmann konnte keinen geeigneten Standort nennen. "Der Platz muss den Schaustellern dauerhaft zur Verfügung stehen." Und der "Gemüseplatz" werde in absehbarer Zukunft bebaut.

Quelle: RP
 
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