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Issum
Für Kinderhilfe mit dem Rad über die Alpen

Issum. Von Bayern über Österreich geht es zum Gardasee. Die Tour ist für Thomas Daemen mehr als eine große sportliche Herausforderung. Mit der Aktion sammelt er Spenden für den Deutschen Kinderverein. Von Antje Seemann

Thomas Daemen hat sich viel vorgenommen. Mit dem Mountainbike will er innerhalb von sechs Tagen die Alpen überqueren und nach Italien zum Gardasee runterfahren. Startpunkt ist das bayrische Füssen. Knapp 7000 Höhenmeter über Schotterwege und Gelände erwarten ihn und weitere acht Mountainbiker, darunter sein Kollege Torben Mols, dann ab dort. Daemen: "So ganz genau wissen wir noch nicht, wo es langgeht. Teilweise liegen da noch über 20 Zentimeter Schnee, und da können wir nicht fahren." Klar ist bereits, dass es von Bayern aus über Österreich runter nach Südtirol bis eben zum Gardasee geht. Die Tour bietet der Veranstalter "Bike Alpin" regelmäßig an.

Doch Daemen und Mols machen das nicht einfach nur aus sportlichem Ehrgeiz. Sie treten für den Deutschen Kinderverein aus Essen in die Pedale. Seit seiner Gründung im Jahr 2012 hilft der Verein sexuell und körperlich misshandelten Kindern. "Jeden Tag werden in Deutschland zwölf Kinder krankenhausreif geprügelt, jeden dritten Tag stirbt eines von ihnen", sagt Rainer Rettinger, der Vorsitzende des Vereins. "Wir setzen uns für den Kinderschutz ein, dass gewisse Gesetze geändert werden. Und wir wollen die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren." Außerdem unterstützt der Verein auch Gewaltambulanzen mit Spenden. Ziele, bei denen auch Daemen gerne helfen will.

Damit es mit der Route und somit auch mit den Spenden klappt, hat er hart trainiert: Mehr als 1200 Kilometer Strecke in den vergangenen zehn Wochen, hat 14.000 Höhenmeter hinter sich: "Zur Vorbereitung fahre ich zum Beispiel von Sevelen zum Hülser Berg und zu den beiden Halden Norddeutschland und Rheinpreußen." Dass er eine solche Route überhaupt fahren kann, war vor einigen Jahren noch nicht denkbar. Denn der heute 50-Jährige hatte 1999 einen schweren Verkehrsunfall: "Ich hatte einen Trümmerbruch in der Hüfte und im Becken und noch ein paar andere Sachen." Mehrere Operationen folgten, die Schrauben, die seine Knochen zusammenhalten, hat Daemen heute noch im Körper. Erst rieten die Ärzte dem Oermter davon ab, mit seinen vielen Verletzungen überhaupt Sport zu machen. Fußball, Basketball, Motocross - das alles war nicht mehr möglich. Genauso wenig wie die Arbeit als Maurermeister. "Ein Arzt brachte mich dann aber auf die Idee, es mit dem Mountainbike zu versuchen."

Auch beruflich ist der mittlerweile ambitionierte Radfahrer wieder in der Bahn. Er arbeitet in Moers als Senior Sales Manager beim Finanzdienstleister Tecis. Als er seiner Firma von der Idee erzählte, für den Deutschen Kinderverein die Alpen zu überqueren, bekam er volle Unterstützung. Und auch seine Frau Sandra steht hinter dem Vorhaben. "Solange es gesundheitlich unbedenklich ist, natürlich", sagt sie.

Außerdem konnte er auch viele Unternehmen aus der Region von seiner Idee begeistern: Mehr als 40 Spender haben sich bereits angekündigt, darunter zum Beispiel der Augenoptiker Sommer in Geldern, das Autohaus Kamps und die Naturheilpraxis Janssen aus Kevelaer sowie der Sanitär- und Heizungsdienst Dellen und Werner aus Sevelen. Auch einige Privatleute sind dabei. Und die geben nun jeweils pro gefahrenen Kilometer zehn Cent - vorausgesetzt, Daemen schafft die Tour. "Wir sind jetzt schon bei mehr als 3000 Euro Spenden", sagt er. Hinzu kommt noch die Unterstützung der Stiftung "Zuversicht für Kinder". Die will am Ende den Betrag noch einmal verdoppeln. Über diese Begeisterung freut sich natürlich auch der Deutsche Kinderverein. Vorsitzender Rettinger: "Wir finden das toll, dass so viele Spender die Sache unterstützen. Aber vor allem verdient Thomas Daemen viel Respekt und Anerkennung."

Auch kurz vor dem Start kann man den Benefitz-Radler noch unterstützen. Das geht über die Facebook-Seite "Transalp zum guten Zweck" oder per E-Mail an t.daemen@t-online.de.

Quelle: RP
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