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Geldern
Ganz neue Perspektiven für Skatepark

Geldern: Ganz neue Perspektiven für Skatepark
So ähnlich wie dieses Projekt, das gerade in Soest entsteht, könnte die Skateanlage hinter der Gelderner Bollwerk-Sporthalle aussehen. FOTO: DSGN concepts
Geldern. Neben Erneuerung und Erweiterung ist für die Skate-Anlage am Bollwerk jetzt auch eine ganze "Betonlandschaft" für den Sport im Gespräch. Die Crux sind die Kosten - die werden auf etwa 150.000 Euro geschätzt. Von Sina Zehrfeld

Statt auf der Skate-Anlage hinter der Turnhalle am Bollwerk lediglich alte Geräte auszutauschen und neue dazuzusetzen, könnte man auch eine ganze Betonlandschaft für Skater schaffen. Die hätte integrierte Rampen, Höhen, Schrägen und Senken aus einem Guss. Eine schicke Sache, ein Angebot am Puls der Zeit, heißt es. Dafür aber auch nicht ganz billig: Mit rund 150.000 Euro wäre zu rechnen. Das ist das Fazit eines Gesprächs, das Vertreter des Sportvereins TTC Blau-Weiß Geldern-Veert und der Stadtverwaltung mit einem Planungsbüro geführt haben, dem Unternehmen "DSGN Concepts".

Bürgermeister Sven Kaiser zeigt sich prinzipiell schon mal sehr angetan von der Idee. Dumm nur: 150.000 Euro Investition sind kein Pappenstiel. Bislang sind im Haushalt nur 49.000 Euro an städtischem Geld für die Skateanlage vorgesehen, eine Beteiligung von 25.000 Euro hat zusätzlich der Sportverein TTC in Aussicht gestellt. "Vielleicht findet man ja noch einen Fördertopf", spekuliert Kaiser.

Eugen Brück, Vorsitzender des Vereins TTC, hat die Reaktionen von einer Reihe von Skatern eingefangen. "Die anwesenden Jugendlichen waren begeistert von so einer Landschaft", sagt er. "Da geht anscheinend der Trend hin." Die Sportler wären auch damit einverstanden, darauf noch ein Jahr zu warten. Gegebenenfalls würde man die vorhandene, marode Rampe am Bollwerk dann noch mal notdürftig flicken. Aber dass die Kosten für die Beton-Skate-Welt nicht schönzureden sind, ist ihm klar: "Der Rat muss entscheiden, ob er das will", so Brück.

Aus der Politik kommen - vorab jeder Beratung - erst mal verhalten positive Töne. "Natürlich möchten wir eine moderne Lösung haben, möglichst wenig Folgekosten verursacht und im Einvernehmen mit allen Beteiligten beschlossen wird", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Lorenz. Er könne sich auch vorstellen, dafür mehr Geld auszugeben als die veranschlagten 49.000 Euro. Aber nur dann, wenn auch der Verein TTC auf seine 25.000 Euro noch etwas drauflege und zudem noch Fördermittel flössen: "Wir glauben, dass wir das dann verantworten könnten."

"Jeder Vorschlag verdient, genau beleuchtet zu werden", sagt der SPD-Fraktionschef Hejo Eicker. Eine Skate-Anlage diene nicht nur dem Sport, sondern auch der Jugendkultur. Vor diesem Hintergrund "verdient diese Idee umso mehr Beachtung". Was aber nicht heißt, dass man dafür jede Ausgabe für richtig halten müsste, so Eicker: "Man muss bewerten, wie wichtig dieses Angebot der Stadt Geldern und der Bürgerschaft ist."

In diese Richtung argumentiert auch Bernd Bianchi (Grüne): "Da brauchen wir wirklich mal ein Grundkonzept für den Sport in Geldern", sagt er. Es dürfe nicht passieren, dass andere Sportvereine wegen so eines Projektes "grob benachteiligt" würden. Alexander Alberts (FDP) richtet den Blick in die Zukunft: "Uns ist wichtig, dass wir eine Anlage vorhalten, die am Ende auch wirklich genutzt wird", beschreibt er. "Ansonsten wäre auch eine kleinere Summe letzten Endes verschwendet."

Für eine Skate-Landschaft wäre es übrigens nicht nötig, das vorhandene Gelände der Skater zu erweitern. Der Platz des benachbarten Rollhockeyfeldes würde nicht gebraucht. Gegen eben diese Erweiterung wehrt sich das Friedrich-Spee-Gymnasium, weil der Lärm von den Skatern damit näher an die Schule rücken würde.

Die Ansichten zu diesem Einspruch sind geteilt. Die CDU glaubt nicht an irgendwelche Lärmschutzprobleme und hätte nichts gegen eine Erweiterung. Die SPD hält Lärmschutzbedenken zunächst mal für bedeutsam und will das Hockeyfeld außerdem nicht abschaffen, wenn es noch als Bolzplatz genutzt wird.

Quelle: RP
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