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UNSERE WOCHE
Geldautomaten aufrüsten

Geldern. Es wird nicht mehr lange dauern, bis ein mehr als zweifelhaftes Jubiläum ansteht. Dann wird die Polizei den 50. Überfall auf einen Geldautomaten melden. Die Serie von Sprengungen reißt nicht ab.

Längst ist klar, dass der Kreis Kleve ein Brennpunkt dieser Vorfälle ist. Allein zehnmal schlugen die Täter hier zu. Immer wieder gab es das gleiche Muster: Im Visier sind Filialen auf dem Land, nahe an der Autobahn, über die die Kriminellen dann in dunklen, gestohlenen Autos über die Grenze in die Niederlande fliehen.

Die Polizei spricht davon, dass die Zahl der Vorfälle auch deshalb so angestiegen ist, weil es Nachahmungstäter gibt. Das ist kein Wunder. Denn das Risiko für die Kriminellen scheint klein zu sein, die Aussicht auf Beute groß. Für die Behörden ist es unmöglich, alle Automaten zu überwachen. Daher sind hier die Banken gefragt. Sie müssen dafür sorgen, dass es unattraktiv wird, die Automaten zu sprengen. Erste Schritte sind getan, indem auf sichere Tresore umgestellt wird. Immer öfter bleiben die Täter ohne Beute. Der nächste Schritt müsste folgen. Das Nachbarland setzt bereits auf Farbpatronen in den Automaten. Diese Technik ist teuer, sollte aber dennoch zwingend eingebaut werden. Denn nur dann, wenn es gar keine Aussicht auf Erfolg gibt, werden die Täter sich dauerhaft abschrecken lassen.

Die Kosten für die Umrüstung dürfen kein Argument sein. Denn die Schäden an Gebäuden liegen bei einem Überfall viel höher, von der Gefahr für die Gesundheit von Anwohnern und Passanten bei gefährlichen Sprengungen ganz zu schweigen.

sebastian.latzel@rheinische-post.de

Quelle: RP
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