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Gelderland
Gelderländer grüßen die Flüchtlinge

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen
Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: Tinter, privat (6), Dackweile, Kaiser, evers, Miserius, Blazy (2), Strücken, Malz, Knappe
Gelderland. Im ganzen Südkreis Kleve haben sich gestern Menschen auf Plätzen versammelt und um 9.45 Uhr zum Buchstaben "W" aufgestellt. Die Aktion sollt Flüchtlingen ein Zeichen des Willkommens geben. Dabei entstanden tolle Fotos. Von Sina Zehrfeld

Gegen 9.40 Uhr strömen immer mehr Schüler aus allen Winkeln auf den Hof des Gelderner Liebfrauen-Berufskollegs; es werden immer mehr. Obwohl das "W" auf dem Pflaster, aufgemalt mit signalfarbener Kreide, die ganze Breite des Hofes einnimmt, kommt Sorge auf, ob es für diese Menschenmenge ausreicht. Aber es klappt: Um 9.45 geht mit einem menschlichen "W" der Gruß der Liebfrauen-Schülerschaft an Menschen aus aller Welt.

Gleichzeitig versammeln sich im ganzen Südkreis Kleve Bürger auf die gleiche Weise, um Flüchtlingen ein "Willkommen" zu signalisieren. Bei der Caritas, die die Aktion initiiert hatte, gingen allein bis zum Mittag über 30 Fotos aus allen Ecken der Region ein. "Viele Schulen und Kindergärten und alle Stadtverwaltungen haben mitgemacht, und es gab einige Privatinitiativen", fasste Caritas-Sprecher Tobias Kleinebrahm zusammen. Am Schulzentrum Kevelaer taten Gymnasium, Real-, Gesamt- und Hauptschule sich zusammen. Die Mitarbeiter Stadt Geldern konnten ihren Gruß direkt loswerden: "Die Flüchtlinge, die in den ehemaligen Hausmeisterwohnungen leben, waren begeistert von der Aktion", hieß es dort.

Viele sahen die Aktion als Statement. "Wir können das in Deutschland - Flüchtlinge aufnehmen", sagte am Liebfrauen-Berufskolleg der 18-jährige Felix Geisler: "Deutschland hat das Geld dazu." Auch eine symbolische Geste sei wichtig, wenn viele dabei mitmachen. "Vielleicht hilft das, Leute zu überzeugen, die dagegen sind", hoffte Sarah Gotzes (18). Kinder der Straelener Kita "Wichtelwelt" wollen jetzt Schuhe und Kleidung für Flüchtlinge sammeln, die Musikschule "8-Counts" plant ein eigenes Projekt.

Wie die Fotos zeigen, haben einige Teilnehmerkreise entschieden, anstelle oder zusätzlich zu der vorgeschlagenen Schweigeminute noch in die Kamera zu winken. Argumentation von Lehrerin Mechtild Hügens vom Liebfrauen-Kolleg: "Wenn ich Leute willkommen heiße, schweige ich die doch nicht an!"

Quelle: RP
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