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Gelderland

Gelderland. Dank Niersfunding konnten die Vereine drei Projekte umsetzen: Neues Geschirr bekommt der Treffpunkt Barbara-viertel, in Hommersum wird das alte Klassen-zimmer renoviert, die Teilnehmer von Ziel-punkt Meer erfüllen sich einen Wunsch. Von Bianca Mokwa

Der Slogan war prägnant. "Wir haben noch nicht alle Tassen im Schrank" lautete der Aufruf des Treffpunkts Barbaraviertel der Bürgerinitiative Bib in Geldern. Der Hilferuf war durchaus nicht sprichwörtlich gemeint. Denn der Treffpunkt hat so regen Zulauf, dass noch mehr Geschirr nötig ist, um die regelmäßigen Veranstaltungen Sonntagstreff, gemeinsames Frühstück und andere gesellige Zusammenkünfte stemmen zu können.

Statt der ersehnten 1500 Euro kamen sogar 2270 Euro zusammen, dank 112 Unterstützern beim Niersfunding, der Crowdfunding-Plattform der Volksbank an der Niers im Internet. "112 Spender bedeutet, da sind auch viele Gespräche von Seiten der Mitglieder gelaufen", sagt Hermann Hengstermann vom Vorstand der Bürgerinitiative. "Das Wichtigste ist, dass die Menschen davon überzeugt sind, dass sich die Sache lohnt."

Dann wurden auch die letzten Hürden genommen, etwa, dass einige Spender nicht so oft im Internet unterwegs sind. "Unsere Mitglieder haben dann ihre Kinder, Enkelkinder oder Nachbarn gefragt", beschreibt Hengstermann den Weg zum Ziel, online Spendengelder zu sammeln. Daniela Lörks von der Volksbank an der Niers spricht von einer Erfolgsgeschichte, bei der die Vereine die Gewinner sind. Hengstermann bestätigt, dass das Niersfunding für die Mitglieder ein Gemeinschaftserlebnis war. Außerdem wurde das Café mit seinem Angebot plötzlich auch von Menschen wahrgenommen, die Bib vorher noch nicht kannten.

"Es sind Projekte dabei, die 150 Prozent Erfolgsquote erreicht haben", sagt Dirk Wagner, Geschäftsstellenleiter in Asperden beeindruckt. Die Gelderner Bürgerinitiative gehört dazu, aber auch die Gruppe Zielpunkt Meer aus Kevelaer. 15 Jahre lang gibt es sie schon, die Ehrenamtlichen, die mit Kindern ans Meer radeln und ihnen einen Urlaub fernab der Medienwelt bieten. 1000 Euro erhofften sie über das Niersfunding zu erhalten, 1511 Euro sind es dank 75 Unterstützern geworden. 3500 Euro kostet das Acht-Mann-Zelt, dass sich die Gruppe wünscht. Regenfest soll es sein, auch Schlagregen abkönnen, denn 16 Tage lang wird das Zelt während der Reise auf- und abgebaut. Die Zeit der Kinderzelte und nassen Füße soll endgültig vorbei sein. "Richtig robuste Dinger" müssen her, erklärt Thomas Binn vom Zielpunkt Meer.

Markus Bexte, Geschäftsstellenleiter der Volksbank an der Niers in Geldern, findet es spannend, was die Vereine sich als Dankeschön für die Spender ausdenken. Thomas Binn von Zielpunkt Meer lacht. "Tatsächlich hat eine Person angekreuzt, dass wir Original Helgoländer Dünensand mitbringen sollen." Von der Volksbank an der Niers gibt es auch Geschenke, an die Vereine. Für jede Spende ab fünf Euro gibt die Volksbank beim Niersfunding zehn Euro dazu. 1638 Euro kamen so für den Trägerverein Alte Schule Hommersum zusammen. Die Schule ist Treff- und Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft. "Vor gut 30 Jahren war die letzte Renovierung", sagt Klemens Spronk vom Trägerverein. "Wir sind dabei, das Gebäude aufzuhübschen", erklärt er. Die Renovierung des Klassenzimmers steht an. Die 1638 Euro sind dafür schon eine gute Grundlage.

Der Spendentopf ist noch immer gefüllt, Vereine können sich also weiterhin bei der Volksbank an der Niers fürs Niersfunding anmelden.

Quelle: RP
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