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Geldern
Geldern baut zweites Schulzentrum

Geldern: Geldern baut zweites Schulzentrum
Zwischen der Realschule an der Fleuth (Königsberger Straße, links) und der neuen Sekundarschule (ehemals Anne-Frank-Schule) liegt die Freifläche, die für den gemeinsamen Erweiterungsbau der beiden Bildungseinrichtungen genutzt werden soll. FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. Die Gymnasien bilden schon einen Komplex. Ähnliches soll nach dem Willen der Politik auch an der Fleuth-Realschule und der Sekundarschule entstehen - dank eines gemeinsamen Erweiterungsbaus. Kosten: 7,6 Millionen Euro. Von Lutz Küppers

Der Schul- und Sportausschuss in Geldern sorgte am Mittwochabend für ein Ausrufezeichen. Bei nur zwei Gegenstimmen votierten 13 Mitglieder für einen Neubau auf dem Gelände zwischen der Sekundarschule und der benachbarten Realschule An der Fleuth, der beiden Einrichtungen einen bis zu vierzügigen Betrieb sichern soll. Damit fiel nicht weniger als die Vorentscheidung zu Gunsten eines zweiten Schulzentrums in Geldern neben dem Gymnasium-Komplex.

Für den Neubau auf einer Freifläche zwischen den Gebäuden greift die Stadt tief in die Tasche. Damit beiden Schulen zwischenzeitlich diskutierte Umzüge oder auch Teilstandorte erspart bleiben, sind rund 7,6 Millionen Euro erforderlich. Zumindest nach ersten Ermittlungen ließe sich ein möglicher Verkaufserlös aus der späteren Vermarktung der Geschwister-Scholl-Hauptschule gegenrechnen, der derzeit auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt wird. Den Buchwert der Realschule Am Westwall, die keine neuen Schüler mehr aufnimmt, gibt die Verwaltung mit etwa 5,6 Millionen Euro an. Sollte hier später eine Vermietung ins Auge gefasst werden, könnte die Stadt mit Einnahmen von etwa 408 000 Euro jährlich rechnen, heißt es aus dem Rathaus.

Bereits im April hatte die CDU-Fraktion durchblicken lassen, einen Neubau trotz der hohen Kosten für möglich zu halten. Im Schul- und Sportausschuss dann jetzt die Bestätigung. "Wir wollen die Standortgarantie für beide Schulen auf dem jetzigen Areal an der Fleuth geben. Zudem gibt es viele Synergien, die der Standort zwischen beiden Schulen möglich macht. Die müssen wir heben", erklärte Dr. Hauke Sieberichs (CDU). Dem schloss sich Andreas van Bebber (SPD) an. "Die neue Sekundarschule soll ein Erfolg werden. Mit dieser Entscheidung würden wir eine verlässliche Perspektive schaffen. Ein Umzug zum Westwall ist weder sinnvoll noch praktikabel", so Andreas van Bebber. Teilstandorten, wie sie zuvor noch für beide Schulen angedacht waren, erteilte der Sozialdemokrat eine klare Absage. "Teilstandorte sind für beide Schulgemeinschaften nicht zielführend", so Andreas van Bebber.

Zwischen der Realschule an der Fleuth (Königsberger Straße, links) und der neuen Sekundarschule (ehemals Anne-Frank-Schule) liegt die Freifläche, die für den gemeinsamen Erweiterungsbau der beiden Bildungseinrichtungen genutzt werden soll. FOTO: Gerhard Seybert

Martina Wolters (Bündnis 90/ Grüne) mahnte zur Vorsicht. "Die Schullandschaft ist immer noch in Bewegung. Denken Sie an die Gründung einer Gesamtschule in Issum. Außerdem ist doch genügend Schulraum in Geldern vorhanden", so Wolters, die auf die bald frei werdende Realschule Am Westwall anspielte. Auch Lucas van Stephoudt (FDP) sprach sich gegen einen Neubau aus. "Wie sich die Einnahme-Seite entwickelt, wissen wir nicht. Wegen des vorhandenen Schulraums ist auch kein Neubau nötig. Außerdem sollte ermittelt werden, ob wir nicht Gefahr laufen, am Westwall eingesetzte Fördermittel erstatten zu müssen", so van Stephoudt weiter.

Bürgermeister Ulrich Janssen sah seine Sicht der Dinge durch die Diskussion bestätigt. "Nur ein Neubau an Ort und Stelle ist nachhaltig und wird der Entwicklung beider Schulen gerecht", so Ulrich Janssen.

Quelle: RP
 
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