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Geldern
Geldern-Film: Meo als Leo vor der Kamera

Geldern: Geldern-Film: Meo als Leo vor der Kamera
Leo belauscht die Gespräche der alten Gelderner Originale. FOTO: Thomas Binn
Geldern. Der durch seine Schuldoku "Ich. Du. Inklusion." bekannt gewordene Filmemacher Thomas Binn aus Kevelaer drehte am Wochenende am Kurzfilm über die Geschichte Gelderns. Wir haben vor Ort einen Blick auf die Produktion geworfen. Von Christoph Kellerbach

Der Weg mitten durch das Dorf wurde gesperrt und die Fenster der Traditionsgaststätte "Friedenseiche" waren mit großen schwarzen Tüchern verhüllt.

Was war da nur los in Walbeck? Ein vorsichtiger Blick zur Tür hinein offenbarte, dass allerlei Kameraständer und andere Gegenstände im Eingangsbereich warteten, während der rechte Raum gefüllt war mit Requisiten und noch mehr Technik. Während man sich das Ganze so betrachtete, hörte man: "Und jetzt alle wieder auf Position. Das war gut, aber wir machen zur Sicherheit noch eine Aufnahme!"

Links im Thekenzimmer drehte Thomas Binn nämlich für den Kurzfilm über die Geschichte Gelderns, dessen momentaner Arbeitstitel noch "Leo und das alte Geldern" ist. Der titelgebende Junge kniete, gespielt von Meo Brauwers, unter einem Tisch und belauschte die Gespräche der vier "Gelderner Originale": Spühl-Leen (Anjte von Wrochem), Marälle Köbes (Bernd Rehse), Thei Piepenühl (Michl Thorbecke) und Tutemanes (Gregor Höppner).

Nach der Einstellung, bei der Meo eine vom Tisch gefallene Münze in Großaufnahme stibitzte, gab es erst einmal eine 30-minütige Pause für alle Beteiligten. Zeit also, den Regisseur zu fragen, was hier gerade gedreht wurde: "Die ganze Sequenz hier in der Friedenseiche wird zum roten Faden für den Film", erklärte Thomas Binn. "Wir springen immer wieder in die Kneipe rein und dabei in die verschiedenen Sequenzen, die Meo dann auch erzählen wird."

Bereits ein Wochenende zuvor wurden unter anderem Sequenzen in der Villa Eerde und den Kasematten gedreht sowie an der Spühl-Leen-Pumpe in Walbeck. Ein richtiges Highlight war auch der Dreh der Gründungslegende von Geldern, bei der natürlich ein großer Drache zum Einsatz kam. Man merkte der Produktion zu jeder Zeit den großen Aufwand an, der hier betrieben wurde. Ständig war eine große Crew auf den Beinen, um alles professionell, aber auch flott im Kasten zu haben. Denn solch eine komplexe Herkunftsgeschichte mit verschiedenen Episoden und Erzählungen, hat es noch nicht gegeben. Damit trotz einiger erzählerischer Freiheiten, die eigentlichen Fakten stimmen, half der Historische Verein für Geldern und Umgegend, der Auftraggeber der Produktion.

"Ich lege vor allem großen Wert auf eine gelöste Stimmung. Es ist wichtig, dass wir uns alle gut verstehen", verriet Thomas Binn. "Besonders Meo wollten wir nicht überstrapazieren, da er mit seinen elf Jahren ja noch klein ist." Doch was sagt der junge Nachwuchsschauspieler dazu? "Das ist hier einfach alles richtig cool! Und es macht so einen Spaß mit anderen Leuten zu spielen und seine Texte zu sagen." Gab es auch etwas, was ihn überrascht hat? Meo nickte: "All die Technik, das mit dem ganzen Licht! Dass das so aufwändig ist, hätte ich nicht gedacht."

Die Premiere von "Leo und das alte Geldern" ist für Mitte 2018 geplant. Denn weitere Momente, die Nachbearbeitung des Bildmaterials und natürlich der Schnitt müssen noch gemacht werden. Doch das war am Wochenende alles noch Zukunftsmusik, denn die 30-minütige Pause war vorbei und voller Energie sprang Meo Brauwers auf und rannte wieder auf seine Position, auch die anderen, in altertümliche Kostüme gewandeten Darsteller versammelten sich wieder. Thomas Binn warf noch einen prüfenden Blick auf den Monitor und meinte: "Okay Leute, weiter geht's!"

Quelle: RP
 
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