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Geldern
Gelderner als Reservist in Estland

Geldern. Normalerweise ist Niels Juhlke beim Amtsgericht Geldern beschäftigt. Doch für einige Zeit hat der 51-Jährige seinen Arbeitsplatz auf die Luftwaffenbasis Ämari verlegt. Und am Ende gab es sogar die Beförderung zum Stabsfeldwebel. Von Klaus Sattler

Er hat den Anzug gegen die Uniform und die Akten gegen die Kamera getauscht. Niels Juhlke hat seinen Arbeitsplatz normalerweise beim Amtsgericht Geldern. Doch den hat er eine Zeit lang vom Gebäude am Nordwall der Herzogstadt auf die Luftwaffenbasis Ämari in Estland verlegt. Dort leistet er als Reservist der Bundeswehr derzeit Dienst beim deutschen Einsatzkontingent für die Luftüberwachung über dem Baltikum.

Vier deutsche Eurofighter sind seit Ende August auf dem estnischen Flugplatz stationiert. Gemeinsam mit ihren Nato-Partnern sichern die deutschen Kampfflugzeuge seit einigen Jahren regelmäßig den Luftraum über den baltischen Staaten. Lettland, Litauen und Estland verfügen derzeit noch nicht über entsprechende eigene Kapazitäten. Geführt wird der Einsatz durch das in Kalkar beheimatete Zentrum Luftoperationen.

In Ämari kann Niels Juhlke für knapp sechs Wochen sein Hobby zum Beruf machen. Denn in seiner Freizeit ist der 51-jährige Familienvater begeisterter Fotograf. Da lag es nahe, dass Juhlke als Pressefeldwebel den Eurofighter-Verband in Ämari unterstützt. Neben der Betreuung von Journalisten und Besuchern aus dem politisch-parlamentarischen Bereich gehört da auch das Erstellen von entsprechenden Bildern und Texten zum Aufgabenportfolio des ehemaligen Zeitsoldaten.

Kurz vor dem Ende seines Einsatzes in Estland durfte der Reservist vom Niederrhein dann die Kamera jedoch für kurze Zeit einmal aus der Hand legen und selber vor die angetretene Truppe treten. Eine Ehrensache, denn Anlass war die Beförderung zum Stabsfeldwebel, die, auch wenn die Voraussetzungen dafür gegeben waren, trotzdem überraschend kam.

Als Oberfeldwebel hatte der Gelderner vor einigen Jahren seine Reservistentätigkeit in Kalkar, wo er Mitte der 1990er Jahre als Zeitsoldat ausgeschieden war, begonnen. Nach der zwischenzeitlichen Beförderung zum Hauptfeldwebel hat der Mann aus Geldern nun den nächsten Schritt auf der Karriereleiter getan.

Weiter üben will er unabhängig davon künftig auf jeden Fall. "Ich bekomme viele spannende Dinge zu sehen", berichtet der frischgebackene Stabsfeldwebel. Er ist froh darüber, "auf diesem Wege den Kontakt zur Bundeswehr halten zu können".

Quelle: RP
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