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Geldern
Gelderner Feuerwehr sucht Nachwuchs

Geldern: Gelderner Feuerwehr sucht Nachwuchs
Gelderns Feuerwehr im Einsatz - hier bei einem Garagenbrand am Gelderner Markt. Damals rückten die Kameraden mit sieben Fahrzeugen und entsprechender Besatzung aus. Das soll zahlenmäßig auch in Zukunft so bleiben. FOTO: Seybert
Geldern. SPD-Antrag: Verwaltung soll Möglichkeiten suchen, den ehrenamtlichen Dienst attraktiver zu gestalten. Bei zu wenig Freiwilligen müsste hauptamtliche Wache installiert werden. Kosten laut Wehrleiter: im Millionenbereich. Pro Jahr. Von Lutz Küppers

"Brandschutzbedarfsplan". "Sicherstellung des Feuerschutzes".

Sperrige Begriffe, die aber für jede Kommune eine gewaltige Herausforderung darstellen und deren gesetzlich vorgeschriebene Einhaltung nur dank der vielen Freiwilligen im hiesigen Feuerwehrdienst funktioniert. Stehen diese Ehrenamtler nicht mehr zur Verfügung, droht den Kommunen die Einrichtung einer "hauptamtlichen Feuerwache", wie Gelderns Wehrleiter Johannes Lörcks erklärt. Und die hätte gigantische Auswirkungen auf den städtischen Haushalt. "Die Kosten würden sich pro Jahr im Millionenbereich für eine solche Berufsfeuerwehr mit Leitstelle bewegen", erklärt Lörcks weiter. Geld, das der Herzogstadt für andere Projekte oder beispielsweise im sozialen Bereich fehlen würde.

Um den Feuerschutz für Geldern auch weiterhin mit Freiwilligen gewährleisten zu können, hat die SPD nun einen entsprechenden Antrag bei der Stadtverwaltung eingereicht. Im Rathaus mögen Vorschläge erarbeitet und der Politik vorgelegt werden, wie der Dienst in der Gelderner Feuerwehr attraktiver gestaltet werden kann. "Damit wollen wir die Arbeit anderer Ehrenamtler nicht abwerten, die nach wie vor sehr wertvoll für unsere Stadt ist", erklärt Hejo Eicker. Doch der SPD-Fraktionsvorsitzende begründet den Vorstoß mit "einer besonderen personellen Problematik", die ungelöst "massive Auswirkungen auf die Sicherstellung des Feuerschutzes und die Gefahrenabwehr der Stadt Geldern" hätte.

Oder anders gesagt: Zu wenig Personal. Zu wenig Nachwuchs.

Wehrleiter Johannes Lörcks bestätigt: "Die Situation sieht schon schlecht aus, obwohl unsere Infrastruktur, also beispielsweise unsere Ausstattung, gut ist. Wir haben aber auch schon einige Ideen, wie wir den Dienst bei uns attraktiver machen wollen", so der Lüllinger weiter. Konkret wird er aber nicht und bittet um Verständnis, "weil unsere Ideen, die wir mit der Verwaltung erarbeiten, noch nicht ganz ausgereift sind".

Konkreter wird da schon die SPD, die sich vor ihrem Antrag offenbar in anderen Kommunen und beim Feuerwehrverband informiert hat. Sie kann sich beispielsweise eine Würdigung des Engagements in Form von Einladungen zu Veranstaltungen oder Vergünstigungen in Anlehnung an die Ehrenamtskarte vorstellen. Die Sozialdemokraten bringen auch echte materielle Anreize ins Spiel - wie das Beispiel eines Autohändlers aus dem Bergischen, der für Feuerwehrleute günstigere Konditionen beim Kauf eines Wagens einräumt. Oder die 100 Händler aus Ostholstein, die über eine gemeinsame "Feuerwehr-Motivationskarte" den Blauröcken Vergünstigungen bis zu 30 Prozent einräumen. Eicker: "Die Verwaltung sollte prüfen, ob Handel und Gewerbe in Geldern zu ähnlichen Angeboten bereit sind."

Auch könnten Arbeitgeber, die viel Verständnis dafür aufbringen, dass Mitarbeiter wegen eines Einsatzes dann und wann mal fehlen, öffentlich geehrt werden - beispielsweise im Rahmen des "Gelderner Schaufensters". Und zu guter Letzt beauftragt die SPD die Verwaltung, mögliche Ideen aus dem Projekt "Feuerwehrensache" von Verband und NRW-Innenministerium auf ihre Übertragbarkeit für Geldern zu überprüfen. Arbeitskreise und Workshops beschäftigen sich dort nämlich derzeit mit dem Problem, das nicht nur Geldern hat.

Quelle: RP
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