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Josef Schoofs
Gelderns Einkaufswelt kommt auf Trab

Josef Schoofs: Gelderns Einkaufswelt kommt auf Trab
Pläne für das Kapuziner-Tor - in Geldern ein Aushängeschild für die Planer. Edeka und Aldi wollen sich ansiedeln. FOTO: Fleurkens, Janssen, Schoofs
Geldern. GELDERN/KEVELAER Der Kevelaerer Projektentwickler Josef Schoofs entwickelt und errichtet mit seiner gleichnamigen Immobilien-Gesellschaftsgruppe in der ganzen Bundesrepublik Lebensmitteleinzelhandelsflächen für Rewe, Edeka, Netto, Aldi, Lidl, Penny, Fachmärkte für Drogerie, Textil, Schuhe, Tiernahrung und andere Sortimente und auch Baumärkte. Somit tritt die Schoofs-Gruppe immer wieder auch im Gelderland in Erscheinung. Im RP-Interview äußert sich Schoofs zu seinen Aktivitäten in Geldern.

Nach vorliegenden RP-Informationen verhandeln Sie an vielen Standorten in Geldern mögliche Ansiedlungen eines Rewe-Marktes, weil der derzeitige Standort am Mühlenweg 18 nicht mehr zeitgemäß ist.

Schoofs Ich persönlich bin Mit-Investor der Kapuziner-Tor GmbH & Co. KG. Wir halten Mietverträge mit der Firma Edeka und Aldi. Bis auf die Eigentümer des Hauses Neray haben meine Firma und auch ich persönlich in Geldern keinen Kontakt zu Grundstückeigentümern, deren Fläche für einen Rewe-Markt geeignet sein könnte. Die Aussage in Ihrem Bericht ist nicht zutreffend.

Projektentwickler Josef Schoofs gewährt Einblick in Aktivitäten und Planungen für Geldern. FOTO: mvo

Dann haben Sie auch nicht einen möglichen Standort im Bereich Deutsche Bank/Hülser- Kloster-Straße im Blick, an dem andere Mitbewerber aus Ihrer Branche schon Interesse haben sollen?

Schoofs Nein, ganz sicher nicht. Als Mit-Investor des Projektes am Ostwall kann es unmöglich mein Bestreben sein, einen starken Konkurrenzstandort zu dem geplanten Edeka, und das noch in unmittelbarer Nähe, zu entwickeln. Das wäre Förderung eines ruinösen Wettbewerbes, von dem niemand profitiert. Im Gegenteil: Eine Ansiedlung eines weiteren Vollversorgers "innerhalb der Wälle" und auch darüber hinaus wird auch in dem vorliegenden Einzelhandelsgutachten abgelehnt. Grundsätzlich möchte ich auch auf die dann damit zu erwartenden, erheblichen Probleme mit dem entstehenden Straßenverkehr hinweisen.

Edeka gibt es schon im Barbaragebiet. Das wäre doch die Chance für Rewe im Kapuziner-Tor gewesen.

Schoofs Die Firma Rewe stand zur Wahl. In der Gesellschafterversammlung der Kapuziner-Tor GmbH wurde aufgrund der öffentlichen Erwartungen an uns mehrheitlich die Entscheidung für Edeka getroffen. So wird es denn dann auch kommen.

Deshalb möchten Sie einen neuen, modernen Rewe-Markt am Neray bauen.

Schoofs Das ist zu einfach betrachtet. Die Firma Rewe drängt aus ihrem derzeitigen, nicht mehr zeitgemäßen Standort am Harttor, um an anderer Stelle einen modernen, neuen, großen Markt zu erhalten. Aus Sorge vor dem Entstehen einer starken Konkurrenzsituation innerhalb der Wälle und auch im weiteren Einzugsbereich durch Rewe und der sich dadurch ergebenen negativen Entwicklung für das Kapuziner-Tor, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wo denn ein neuer Rewe-Markt verträglich entstehen könnte, ohne dass dieser gleichzeitig in einen ruinösen Wettbewerb zum Edeka-Standort am Ostwall tritt. Nach dem Einzelhandelsgutachten ist in Geldern ausschließlich noch Platz für einen Nahversorger in Veert.

Wobei ein erster Versuch gescheitert ist.

Schoofs Da die vom Einzelhandelsgutachter vorgesehene zentral in Veert gelegene Fläche nicht zur Verfügung steht beziehungsweise aus Betreibersicht nicht geeignet ist, habe ich den Vorschlag gewagt, zu überlegen, ob für Veert am Haus Neray ein geeigneter Standort geschaffen werden kann. Ohne mit den Eigentümern darüber vorher zu sprechen, gehört es sich nicht, solche Vorschläge zu unterbreiten. Die Rewe wünscht sich eine ähnlich große Verkaufsfläche wie der geplante Edeka. In Veert ist gemäß des Einzelhandelskonzeptes der Stadt Geldern lediglich eine Nahversorgungsfläche mit entsprechend reduzierter Verkaufsflächenausweisung möglich. Selbstverständlich habe ich rechtzeitig meinen Mieter Edeka über meine Vorschläge sowie mein Engagement hierzu informiert.

Zurück zum Neray . . .

Schoofs Ob der Standort am Haus Neray umsetzbar ist, lag und liegt nicht in meiner Entscheidung. Einzelhandelsgutachten werden bekanntlich nicht von Projektentwicklern oder Mietern geschrieben, sondern von unabhängigen Gutachtern erarbeitet. Zudem ist es so, dass das Planungsrecht ein Hoheitsrecht der entsprechenden politischen Gremien der Stadt Geldern ist. Der Standort am Neray wird wegen der guten Erreichbarkeit und der möglichen Vielzahl von ebenerdigen Stellplätzen von meinen Mitinvestoren, dem Mieter Edeka und auch einigen Politikern für einen Rewe-Markt abgelehnt.

Bürgermeister Sven Kaiser möchte ein Gesamtkonzept rund um die E-Dry-Kreuzung.

Schoofs So wie ich den politischen Auftrag an die Verwaltung verstanden habe, soll die Verwaltung Nutzungsmöglichkeiten aus ihrer Sicht dieser Fläche und auch der Fläche an der E-Dry, die aus meiner Sicht für eine Lebensmitteleinzelhandelsfläche gar nicht in Frage kommt, entwickeln.

Wenn es am Haus Neray nicht klappt, wäre dann Veert eine Alternative für Rewe?

Schoofs Aus meiner Sicht selbstverständlich. Wenn die Firma Rewe sich dafür entscheiden kann, sich in dem vom Gutachter ausgewiesenen zentralen Bereich in Veert anzusiedeln und dort eine geeignete Fläche zur Verfügung steht, warum nicht! Für mich ist es wichtig, nicht in den nächsten Jahren mit einem weiteren großflächigen Markt in Konkurrenzlage zum Ostwall konfrontiert zu werden. Wir und die Mieter stemmen dort eine große Investition mit einer aufwendigen Tiefgarage. Durch eine weitere Großfläche für Lebensmittel mit vielleicht sogar noch vielen ebenerdigen Parkplätzen wird die Akzeptanz unserer Tiefgarage und unseres Objektes zu stark leiden. Die Firma Rewe sucht selbst initiativ und intensiv nach einem neuen Standorten in Geldern.

Mit H & M sowie dem Kapuziner-Tor kommt auf jeden Fall Belebung in die Innenstadt. Können Sie sich ein Comeback von Geldern als Einkaufsstadt vorstellen?

Schoofs Ich kenne Geldern ja noch als Kreisstadt. Doch auch andere Kommunen dieser Größe haben ähnliche Entwicklungen durchgemacht. Auch dort gibt es immer weniger privat geführte Geschäfte. Geldern hat mit C & A, Kaenders und hoffentlich bald H & M sowie anderen Anbietern einen ordentlichen Besatz und ist momentan sicherlich auf einem guten Weg. Eine Belebung wie durch H & M und sicherlich auch durch das Lebensmittelangebot von Edeka und Aldi im Kapuziner-Tor ist immer eine gute Sache für eine Stadt wie Geldern.

RP-REDAKTIONSLEITER LUTZ KÜPPERS FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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