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Geldern
Gelderns FDP warnt vor Schulerweiterung

Geldern. Neubau sei nicht erforderlich. Straelen, Kerken und bald Issum zögen Schüler aus der Herzogstadt ab.

Der Gelderner Rat wird in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag abschließend über die Veränderungen in der Schullandschaft entscheiden. Der Schulausschuss hatte mit den Stimmen von CDU und SPD beschlossen, zwischen der Realschule an der Fleuth und der Sekundarschule einen Neubau zu errichten. Die Baukosten sollen sich auf 7,7 Millionen Euro belaufen. Grüne und FDP sprachen sich gegen dieses Vorhaben aus.

Die Liberalen bekräftigen gegenüber der RP ihre Haltung. Sie halten einen Neubau zum derzeitigen Zeitpunkt für nicht erforderlich. Fraktionsvorsitzender Alexander Alberts: "Die Verwaltung hat dargestellt, dass eine vierzügige Realschule im Gebäude der bisherigen Realschule am Westwall untergebracht werden kann. Außerdem würde ein Umzug der Realschule an der Fleuth zum Westwall das Platzproblem der Sekundarschule lösen." Neben Umzugs- und Renovierungskosten würden der Stadt keine großen Kosten entstehen.

Aus Sicht der Freien Demokraten spricht auch die Entwicklung der Schülerzahlen für diese Variante. Alberts: "Durch die Sekundarschule Straelen sind uns bereits eine Vielzahl von Schülern verloren gegangen. Eine ähnliche Entwicklung deutet sich mit Blick auf Kerken ab. Und sollte die Gemeinde Issum eine Gesamtschule realisieren können, dürften auch aus Issum und Hartefeld weniger Schüler den Weg nach Geldern finden." Die FDP möchte deshalb den vorhandenen Schulraum nutzen und die weitere Entwicklung abwarten, ohne Millionen an Steuergeldern in die Hand zu nehmen.

Kritik äußern die Liberalen auch an den finanziellen Auswirkungen, die mit dem angedachten Neubau verbunden sind. Die Verwaltung hat den Verkauf der Realschule am Westwall vorgeschlagen. Diese hat einen Restbuchwert von 5,6 Millionen Euro. Damit kein städtisches Eigenkapital vernichtet wird, müsste das Gebäude demnach zumindest in dieser Größenordnung veräußert werden. Lucas van Stephoudt, FDP-Mitglied im Schulausschuss: "Mit Kaufnebenkosten steigt die Summe bereits auf mindestens 6,2 Millionen Euro. Für die notwendige Sanierung des Gebäudes und den Umbau zu Wohnungen oder Büros kann man pauschal 800 Euro pro Quadratmeter unterstellen, so dass sich die Investitionssumme auf über zehn Millionen Euro belaufen dürfte. Ich sehe keinen Investor, der dies schultern kann und will."

Quelle: RP
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