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Geldern
Gelderns Karnevalszug in Gefahr

Geldern: Gelderns Karnevalszug in Gefahr
Das pralle Leben in der Stadt: So war es beim Karnevalsumzug in diesem Jahr... FOTO: Seybert Gerhard
Geldern. Es gibt immer weniger Spenden für den Narrenzug. Der Verein KKG, der ihn ehrenamtlich organisiert, hat die ansässigen Gastronomen eingeladen, um darüber zu sprechen. Es kam kein einziger. Jetzt steht der Zug auf der Kippe. Von Christoph Kellerbach

Fünf Mitglieder des KKG, des Kinderkarnevalskomitees Geldern, wollten sich am Donnerstag mit den Vertretern der ansässigen Gastronomie im Vereinslokal "Zur Brille" treffen, um über die Finanzierung des Zuges zu beraten. Denn jedes Jahr wird es problematischer, diese zu stemmen.

Tulpensonntagszug in Geldern FOTO: Seybert, Gerhard

"Aktuell kommt der Hauptteil der Sponsoren aus dem Gewerbegebiet und aus dem Einzelhandel der Innenstadt. Vor einigen Jahren war die Gastronomie noch mit gut 40 Prozent beteiligt, 2017 waren es nur noch 19 Prozent", erklärte die Vereinsvorsitzende Fee Christiana Plaumann. Von der Besprechung mit den Wirten hatten sich die Organisatoren etwas erhofft. "Andere KKG-Mitglieder und ich waren persönlich bei den meisten der rund 40 verschiedenen Frühstück-Cafés, Gaststätten und Co., um noch einmal auf das wichtige Treffen hinzuweisen", ergänzte Vereinsmitglied Patric Kuenen. "Viele meinten, dass sie vorbeikommen würden."

Und wie viele Vertreter der Gastronomie waren dann erschienen? "Es kam kein einziger", stellte Plaumann frustriert fest. "Irgendwie hatte ich so etwas bereits befürchtet." Kein einziger war vor Ort, obwohl die Existenz des Gelderner Karnevalszugs in der Schwebe hängt. Kein einziger hatte sein Wort gehalten und war im Vereinslokal "Zur Brille" erschienen.

... und sollte es nächstes Jahr so aussehen? FOTO: Seyb (archiv)/szf

Die fünf KKG-Mitglieder erklärten das Problem: "Die meisten denken, dass die Stadt Geldern uns mit viel Geld unterstützt, aber das ist nicht so. Sie ist zwar immer mit Know-How zur Stelle, aber die Kosten der Ausrichtung des eigentlichen Zuges von etwa 4100 Euro sammeln wir jedes Jahr zusammen." 2017 kamen die Organisatoren dabei nur noch auf rund 3500 Euro, weshalb sie den Rest aus den eigenen Rücklagen dazu legten, "denn wir lieben den Karneval", sagten die Aktiven. "Wir machen das ganze Jahr über ehrenamtliche Tätigkeiten, damit in Geldern so ein großer und familienfreundlicher Zug stattfinden kann. Wir selber als KKG haben für Wagen, Wurfmaterial, Training und so weiter natürlich auch jedes Jahr Ausgaben, die sich ihrerseits auf etwa 4000 Euro belaufen." Und dazu kommt dann die viele ehrenamtliche Arbeit für die Planung des Gelderner Zuges und alles, was daran hängt.

Gelderner Karnevalszug FOTO: Ulli Tückmantel

Nun gebe es seit Jahren immer weniger Spenden für den Zug, und die Karnevalisten befürchten, dass es so weitergehen könnte. "Wir können finanziell nicht noch mehr übernehmen."

Doch was heißt das nun genau für das Gelderner Karneval 2018? "Das bedeutet einfach, dass, wenn wir jetzt nicht noch unterstützt werden, wir 2018 keinen Zug in Geldern organisieren werden. Wir ziehen dann Sonntag ganz stressfrei und gemütlich irgendwo anders mit. Vielleicht muss das für ein Jahr einfach mal sein", sagte Patric Kuenen.

Als die KKG-Mitglieder nach zweistündigem Warten am Donnerstagabend aufbrachen, setzte Vorsitzende Plaumann ein Ultimatum: Am Mittwoch, 19. Juli, 20 Uhr, wollen die KKG-Mitglieder sich noch einmal im Lokal "Zur Brille" mit allen interessierten Vertretern der Gastronomie treffen und besprechen, wie die Finanzierung gelingen kann. "Sollte das nicht funktionieren oder - noch schlimmer - sollte dann niemand kommen, wird von uns aus der Karnevalszug 2018 in Geldern ausfallen", so Plaumann.

Wer sich mit dem Verein in Verbindung setzen will, kann dies per E-Mail an info@kkgeldern.de tun.

Quelle: RP
 
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