| 00.00 Uhr

Geldern
Gemeinsamer Kampf gegen multiresistente Keime

Geldern. Das St.-Clemens-Hospital tauscht sich mit umliegenden Kliniken aus. Aktuelles Thema: Infektionsprävention.

Strikte Hygienemaßnahmen sind im Kampf gegen multiresistente Keime unerlässlich. "Einst wirksame Antibiotika werden zunehmend wirkungslos", erklärt Michael Kouker, Hygienefachkraft im St.-Clemens-Hospital, in einer Pressemitteilung aus dem Gelderner Krankenhaus. "Gleichzeitig steckt die Entwicklung neuer Medikamente noch in den Kinderschuhen."

Deshalb, so Kouker, sei es wichtig, dass aus einer Besiedelung mit Keimen keine Infektion werde. "Viele Menschen sind Träger von multiresistenten Erregern, ohne davon zu wissen. Gefährlich wird es erst dann, wenn sie erkranken oder sich verletzen und die Keime so einen Weg in den Organismus finden. Denn eine derartige Infektion ist nur schwer zu behandeln." Gezielte Hygiene-Maßnahmen können dieses Risiko deutlich reduzieren.

Wie diese Maßnahmen durchzuführen sind, definiert die KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts). Die individuelle Übermittlung in die Praxis hingegen ist Aufgabe des Hygienefachpersonals in den Krankenhäusern. In Hygieneplänen werden die Maßnahmen festgelegt und regelmäßig überprüft. Gleichzeitig werden die Mitarbeitenden geschult. "Wir sitzen alle im gleichen Boot. In sämtlichen Häusern gibt es vergleichbare Aufgaben und Probleme", so Kouker.

Deshalb tauscht er sich regelmäßig mit seinen Kollegen aus den umliegenden Hospitälern aus. "Das Hygiene-Netzwerk Niederrhein trifft sich zweimal jährlich im St.-Clemens-Hospital", beschreibt Andreas Kohlschreiber, Pflegedirektor in Geldern, die fruchtbare Zusammenarbeit. "Externe Fachreferenten und Experten aus unseren Reihen diskutieren gemeinsam die aktuellen Entwicklungen und Erkenntnisse."

Und das auf Augenhöhe, ohne Konkurrenzdenken. Beim jüngsten Treffen im April stand die Hände-Hygiene im Vordergrund. Zudem ging es um die Infektionsprävention bei der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten.

Dass auch andere Einrichtungen erheblich von diesem Wissen profitieren können, bewies zuletzt eine Schulung für Pflegende aus dem ambulanten Dienst und aus der stationären Altenhilfe. "Viele Kollegen, die in der nachstationären Versorgung tätig sind, scheuen die Betreuung von Patienten mit multiresistenten Keimen", führt Kouker die Problematik aus. "Wir haben ihnen in einer Fortbildung erregerbezogene Maßnahmen vorgestellt, mit denen die Keim-Übertragung beherrschbar ist und die gleichermaßen den eigenen Arbeitsschutz wie auch die Gesundheit der ihnen anvertrauten Patienten und Bewohner berücksichtigen."

Das Hygiene-Team des Krankenhauses hofft nun, dass die 64 Teilnehmer ihr neu gewonnenes Wissen in ihre Einrichtungen tragen. "Uns ist es wichtig, Ängste abzubauen und gleichzeitig für das Thema Hygiene zu sensibilisieren", bringt Kohlschreiber die Arbeit seiner Kollegen auf den Punkt. Zentrale Botschaften sind dabei: Nicht jeder Nachweis von multiresistenten Keimen führt zu einer Infektion. Die Übertragung der Erreger ist durch gezielte Hygienemaßnahmen in den Griff zu bekommen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Geldern: Gemeinsamer Kampf gegen multiresistente Keime


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.