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Issum
Geschichte des Telefons in Issum

Issum: Geschichte des Telefons in Issum
Bei der Eröffnung der neuen Ausstellung im His-Töchen zum Thema Telekommunikation waren dabei (v.l.) Monika Hipper, Klaus Langanke, Gerhard Strelow, Brigitte Viewers und Jutta Voortmann. FOTO: gerhard seybert
Issum. Neue Ausstellung im His-Törchen eröffnet. Wie einst Nachrichten mit optischen Signalen übermittelt wurden. Entwicklung von der Erfindung im Jahr 1861 bis zum modernen Handy und zur Übertragung mittels Glasfaserkabel. Von Anke Kirking

Ich saß am Tisch, als plötzlich mein Telefon klingelte. Am andern Ende der Leitung war Kurt Tucholsky. Er fragte mich: "Was wäre der Mensch ohne Telefon?" Darauf wusste ich keine Antwort, schließlich hat doch heutzutage jeder ein Handy. Seine Antwort: "Ein armes Luder. Was aber ist der Mensch mit dem Telefon?" Ohne meine Antwort abzuwarten, schoss es aus ihm raus: "Ein armes Luder".

So oder so ähnlich hätte sich eine Szene im Jahre 1913 abspielen können. Kurt Tucholsky wäre 23 Jahre alt gewesen und schon damals ein kritischer Geist. Das Telefon gab es zu diesem Zeitpunkt schon seit 52 Jahren.

Wer sich für die Fakten des Telefons interessiert, der ist im Issumer His-Törchen genau richtig. Seit Sonntag kann man dort eine außergewöhnliche Ausstellung bewundern und darin die Geschichte des Telefons entdecken und erleben. Mit Hilfe des Vereins Telekom Historik wurden einige besonders alte und schöne Telefone bereitgestellt. Auch das Wissen um die alte Technik wird hier anschaulich und kompetent vermittelt.

Gerhard Strelow vom Verein Telekom Historik bringt es auf den Punkt: "Wir machen diese Ausstellung, damit die Vergangenheit eine Zukunft hat." In Bochum, wo das Telefonmuseum eigentlich beheimatet ist, kann man eine Zeitreise machen. Eine kleine Zeitkapsel daraus steht nun im Issumer His-Törchen. Telefone mit Wählscheibe, Sondermodelle im Micky-Mouse-Stil oder auch Fernmelder mit Lochstreifen. Aber auch die ersten Handymodelle kann man bestaunen. Besonders Kinder sind hier willkommen. Denn in einer Ecke der Ausstellung stehen vier alte Modelle an Wählscheibentelefonen und eins mit Tasten. Die Kinder können sich untereinander anrufen. Doch die Schwierigkeit liegt wohl darin, ein Telefon mit Wählscheibe zu bedienen. Oder die damals so beliebten Telefonkarten sind für viele Kinder von heute ein Relikt aus einer "anderen Welt".

Wer es gerne historisch mag, kann sich hier darüber informieren, wer denn eigentlich das erste Telefon erfunden hat. Es war nicht, wie weitläufig angenommen der Amerikaner Alexander Graham Bell, sondern der Deutsche Johann Philipp Reis. Im Jahre 1861 entwickelte er das erst "Telephon", was sich aus den Wörtern "Tele" = fern und "Phon" = Laut, Ton, Stimme zusammensetzt. Die Weiterentwicklung des Morsens in eine Übertragung der Stimme war Reis eine Lebensaufgabe. Doch die alten Techniken sind nie ganz verschwunden. So gab es in den Jahren 1832 bis 1853 Holztürme zwischen Berlin und Koblenz, die mit Hilfe von optischen Signalen Nachrichten übermittelt haben. Das ging natürlich nur bei Tageslicht, denn es handelt sich hier nicht um Lichtsignale, sondern um eine Art "Blinker" die unterschiedliche Bedeutungen hatten.

Diese Technik wurde zu militärischen Zwecken benutzt. Im Histörchen kann man sich noch ein Bild von einem "Blickturm" anschauen. Das moderne Pendant dazu sind heute die Glasfaserkabel. Denn auch hier werden optische Signale weitergeleitet. Allerdings sehr viel schneller als damals.

Die Ausstellung dauert bis zum 28. Januar. Das His-Törchen ist geöffnet von Dienstag bis Donnerstag von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie von 14 bis 15.30 Uhr, am Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr. Informationen zu Telekom Historik unter www.telekom-historik.de.

Quelle: RP
 
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