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Geldern
Gewerbepark-Projekt an der Autobahn

Geldern. Wirtschaftsförderung Kreis Kleve führt auf der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München interessante Gespräche: Konkrete Nachfragen gibt es auch nach Flächen für Einzelhandel, Wohn-Bebauung und Logistik. Von Jürgen Loosen

Finale in München: Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve, Hans-Josef Kuypers, zog gestern am letzten Tag der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in der bayerischen Metropole ein überaus positives Fazit der Gespräche mit Investoren und Projektentwicklern. Auf insgesamt 64.000 Quadratmetern Fläche waren 1707 Aussteller vertreten bei 37.857 Teilnehmern, darunter der orangefarbene Würfel von Standort Niederrhein, unter deren Dach die Kreise Kleve, Wesel und Viersen, der Rhein-Kreis Neuss und die Städte Krefeld und Mönchengladbach vereint sind.

Als "höchst interessant" beurteilt WfG-Chef Kuypers ein Gespräch, das er mit einer Investorengruppe geführt hat, "die mit finanzieller Rückendeckung einer großen deutschen Versicherungsgesellschaft" nach Standorten für Logistik, Logistik-Dienstleistungen und Produktion Ausschau hält. Gesucht wird ein bis zu 100.000 Quadratmeter großes Gelände für ein Gewerbepark-Projekt mit drei riesigen Hallen, gepflegten Grünflächen und einem Baumbestand im Umfeld. Die Firma ist europaweit tätig und hat schon mehrere solcher Groß-Projekte verwirklicht. Kuypers sagt: "Ich glaube, dass wir das hinbekommen können. Möglicherweise werden wir dafür auf den Virtuellen Gewerbeflächenpool zurückgreifen, mit dem wir Nachfragen für Flächen bis hin zu zehn Hektar befriedigen können." Er will nach der Rückkehr alle 16 Bürgermeister im Kreis Kleve gleichzeitig über das Vorhaben informieren. In jedem Fall will der Investor die Fläche auch kaufen und selbst betreiben, wobei man von wohl bis zu 500 neuen Arbeitsplätzen ausgehen könne. Freilich gibt es eine Einschränkung, denn die gewünschte Lage soll möglichst nahe an einer Autobahn sein. "Dafür gibt es eigentlich nur drei konkrete Standorte", sagt Kuypers, und meint Goch/Weeze, Straelen und Emmerich am Rhein, die allesamt unmittelbar neben einer Autobahn platziert sind.

"Im Grunde sind es solche Gespräche, für die wir die Reise zur Expo Real antreten", zieht Kuypers sein Fazit der drei Messetage, in denen er mit Anfragen für Logistik-Areale, Einzelhandel oder auch Wohnbebauung konfrontiert worden ist. So suche beispielsweise "ein Consulter für einen Mandanten Grundstücke zur Realisierung von Logistik-Grundstücken in einer Größenordnung von 20.000 Quadratmetern und mehr". Zudem werden "in nachhaltig guten und entwicklungsfähigen Lagen" Grundstücke für die Schaffung von Wohngebieten ab 2000 Quadratmetern gesucht, wobei für Kuypers diese Anfrage "in Anbetracht der ohnehin stabilen Nachfrage nach Wohnbauflächen im Kreisgebiet zu einem eher schwierigen Zeitpunkt" kommt.

Per Mail habe er auch die Bitte bekommen, Alternativen für Einzelhandels-Standorte ab 4000 Quadratmetern Fläche vorzuschlagen mit der Voraussetzung, dass die Kommune mindestens 10.000 Einwohner haben sollte.

Das passt zur Überraschung im vorigen Jahr, als die Kette "Norma" auf der Expo Real vermeldete, dass sie Standorte ab 2000 Einwohnern mit einem Einzug von weiteren 8000 Einwohnern besetzen möchte. Der Expansionsleiter der Kette, Alexander Thelen, hatte dieses Vorhaben mit Märkten von etwa 800 bis 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche präsentiert.

Die Fortsetzung gab es kurz vor der aktuellen Expo Real, als Thelen im Gespräch mit Kuypers verriet: "Ich spreche nicht gerne über vertragliche Dinge, solange die Tinte der Unterschriften nicht getrocknet ist. Aber sagen kann ich, dass wir an fünf Standorten im Kreis Kleve in der Endphase sind und an mindestens zwei von ihnen die Realisierung einer Norma-Niederlassung ohne die neuen Kriterien nicht denkbar gewesen wäre." Also zwei "Dörfer" können sich offenbar schon bald über die Nachricht freuen, dass sich der Einzelhändler in ihren Mauern ansiedelt. Einer dieser Standorte soll Kervenheim sein, das dann wieder einen Discounter im Ort hätte. Als Standort soll die Umgehungsstraße im Gespräch sein.

Quelle: RP
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